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Der Potsdamer 16.07.2008
Klimaschutz groß geschrieben
Schwielowsee - Die Investoren der ersten Bürgersolaranlage in Caputh können sich freuen. Eine Ausschüttung in Höhe von 7,6 Prozent kann den Mitgesellschaftern der Anlage für das Kalenderjahr 2007 ausgezahlt werden. Dieser Erfolg war nicht absehbar, als sich im Jahr 2006 die ersten Bürger für eine nachhaltige Energieversorgung in ihrer Kommune einsetzten. Ganz im Gegenteil: Die Engagierten mussten anfangs viele Widerstände überwinden. Die Gemeinde wollte kein gemeindeeigenes Dach zur Verfügung stellen und lehnte jegliche Unterstützung für die Klimaschutzinitiative ab.
Aber es geht eben auch ohne staatliche Unterstützung, und zwar nicht nur einmal. Mittlerweile ist schon die zweite Bürgersolaranlage auf dem privaten Dach des Seniorenzentrums gebaut und eine weitere Anlage wird von der Evangelischen Kirchengemeinde in direkter Nachbarschaft geplant. 53.000 Euro kostete die Fotovoltaikanlage, die in Anteile á 500 Euro unter den rund 50 Mitgesellschaftern aufgeteilt wurde. Im letzten Jahr konnten über 9.600 Kilowattstunden umweltfreundlich erzeugter Strom produziert und damit weit über sieben Tonnen umweltschädliches Kohlendioxid eingespart werden.
Die Bürgersolaranlage ist aber nicht nur ein sinnvolles Instrument für eine nachhaltige Energieversorgung, sondern mit dieser Technologie werden auch neue Arbeitsmärkte geschaffen. Für die erste Caputher Anlage wurden 50 Hochleistungssolarmodule installiert, die nun das Sonnenlicht in elektrischen Strom umwandeln. Bei der zweiten Anlage waren es bereits 105 Module. Die erneuerbaren Energien haben als Jobmotor gerade in den neuen Bundesländern in den letzten Jahren kontinuierlich zugelegt. Bis zum Jahr 2020 sei damit zu rechnen, dass die Zahl der Beschäftigten in dieser Branche auf mindestens 300.000 ansteigen wird, so dass Bundesumweltministerium.
Fazit: Engagierte Bürger können auch ohne staatliche Unterstützung Klimaschutzprojekte anstoßen. Die Caputher hoffen nun auf weitere Nachahmer.
PNN vom 14.07.2008
Sonniges Caputh
Bürgersolaranlage schreibt 7,6 Prozent Rendite
Schwielowsee - Die Investoren der Ersten Bürgersolaranlage in Caputh können sich freuen: Eine Ausschüttung in Höhe von 7,6 Prozent kann den Mitgesellschaftern der Anlage für das Kalenderjahr 2007 ausgezahlt werden, heißt es in einer Pressemitteilung. „Dieser Erfolg war nicht absehbar, als sich im Jahr 2006 die ersten Bürgerinnen und Bürger für eine nachhaltige Energieversorgung in ihrer Kommune einsetzten.“
Mittlerweile sei schon die zweite Bürgersolaranlage auf dem privaten Dach des Seniorenzentrums gebaut und eine weitere Anlage wird von der Evangelischen Kirchengemeinde in direkter Nachbarschaft geplant.
Ehrenamtlicher Geschäftsführer der „Sonnenstrom GbR“ ist Jörg-Uwe Fischer. Regelmäßig unterrichtet er die rund 50 Mitgesellschafter über den Stand der Anlage und die erwirtschafteten Erträge. 53 000 Euro kostete die Fotovoltaikanlage, die in Anteile á 500 Euro aufgeteilt wurde. Im letzten Jahr seien über 9600 Kilowattstunden umweltfreundlich erzeugter Strom produziert worden. Für die erste Caputher Anlage installierte die SunTechnics GmbH 50 Hochleistungssolarmodule, die nun das Sonnenlicht in elektrischen Strom umwandeln. Bei der zweite Anlage waren es bereits 105 Module. Die Caputher hoffen nun auf weitere Nachahmer, besonders bei der Gemeinde, die das Projekt nicht unterstützt habe. wh
7.07.08
Solare Weltneuheit: Strom und Wärme in einem Kollektor
Bestaunt auf der Intersolar-Messe: Das junge Solarunternehmen Solarhybrid aus Brilon mit seinem innovativen Solarprodukt
Jetzt machte sich das junge Solarunternehmen Solarhybrid aus Brilon mit seinem neuen Solarhybrid-System auf Deutschlandtournee. In acht Städten kamen über 2.000 Händler, Elektriker und Installateure und waren vom ersten Solar-Hybrid-System beeindruckt bis begeistert.
In einem Werbefilm wurde der neue Kollektor vorgestellt. Danach sprach Franz Alt zum Thema “Sonnige Aussichten - Wie Klimaschutz zum Gewinn für alle wird”.
Das neue Solarhybrid-System produziert mit Hilfe der Sonne Wärme und Strom - eine Weltneuheit. Dadurch werden Heizkosten gespart und durch die Einspeisevergütung auch noch Geld verdient.
Investitionen in Erneuerbare Energien sind vermiedene Kosten und vermiedene Umweltschäden von morgen. Und zudem kann man mit dem neuen Solarhybridsystem unabhängiger von alten Energien werden.
Hybridkollektoren nutzen das gesamte Lichtspektrum der Sonne und erzeugen Strom und Wärme, während die bisherige Technologie getrennt war und jeweils nur einen Teil des Lichtspektrums nutzte.
Außerdem wurde in das neue System ein Thermogenerator eingebaut, der einen Teil der überschüssigen Sommerwä¤rme des Wassers in Strom verwandelt. Dies erhöht parktisch den Wirkungsgrad der Solarzellen - ein Quantensprung in der Nutzung der Solarenergie. Mit dem Thermogenerator kann in den Sommermonaten 24 Stunden am Tag Strom erzeugt werden, indem die Wärme aus den Pufferspeichern über Nacht in Stromumgewandelt wird.
Das Solarhybrid-System bietet eine hohe Wirtschaftlichkeit und kann nachgerüstet werden.
Quelle: Franz Alt 2008
21.06.08
Retten Atomkraftwerke das Weltklima?
Wenn die klimaverändernden Treibhausgase bis 2050 halbiert werden sollen, dann brauchen wir weltweit 1.300 Atomkraftwerke forderte vor wenigen Tagen die Internationale Energieagentur in Paris. Das aber heißt: der heutige Park von 440 Atommeilern müsste nochmals verdreifacht werden. Kann Kernkraft tatsächlich das Weltklima retten?
Heute weiß kein einziger seriöser Wissenschaftler wo und wie Atommüll je entsorgt werden könnte. Wir wissen nur, dass Atommüll mindestens 100.000 Jahre gefährlich strahlt. Ein größerer Frevel gegenüber der Schöpfung und gegenüber künftigen Generationen ist kaum denkbar.
Hinzu kommt, dass jedes AKW ein unkalkulierbares Restrisiko in sich birgt. Wir wissen spätestens seit Tschernobyl, dass es kein einziges 100 % sicheres Atomkraftwerk gibt. Atomares Restrisiko ist jenes Risiko, das uns jeden Tag den Rest geben kann!
Kritiker der neuesten Forderung der Internationalen Energieagentur verweisen neben den Sicherheitsrisiken auf zwei weitere Gefahren: Wenn immer mehr Länder immer mehr Atomkraftwerke bauen, haben immer mehr Länder die Möglichkeit Atombomben zu bauen und das Risiko eines Terroranschlags auf ein AKW wird immer größer.
Heute betreiben 31 Staaten Kernkraftwerke. Wenn aber wie von der Internationalen Energieagentur vorgeschlagen 2050 in 86 Ländern AKW stehen sollen, erlebt die Welt einen Albtraum, denn fast alle Besitzer von neuen Kernreaktoren haben militärische Hintergedanken. Unsere Welt wäre nicht sicherer, sondern noch viel unsicherer als heute.
Selbst wenn 1.300 neue Kernkraftwerke laufen würden, könnte Kernenergie gerademal 10 % zum Gesamtenergieverbrauch auf der Welt beitragen. Dazu sagte der deutsche Bundespräsident Horst Köhler vor kurzem: „Ich kenne keinen einzigen seriösen Wissenschaftler, der behauptet, wir könnten mit Atomkraft unsere künftigen Energieprobleme lösen.“
Wir müssen endlich lernen, dass die Lösung aller Energieprobleme am Himmel steht. Die Sonne schickt uns jeden Tag 15.000mal mehr Energie als zurzeit alle Menschen auf der ganzen Welt verbrauchen. Das macht sie kostenlos, umweltfreundlich, ohne Gefahren und noch 7 Milliarden Jahre. Schon Jesus wusste vor 2.000 Jahren: "Die Sonne des Vaters scheint für alle."
Zur Sonne kommen dann noch die weiteren klimafreundlichen Energiequellen: Windkraft, Wasserkraft, Erdwärme, Bioenergie und Meeresenergie.
Die Energiefrage, die immer mehr unsere Schicksalsfrage wird, ist letztlich eine moralische Herausforderung: Haben wir noch Verantwortung für unsere Kinder und Enkel? Wir werden im Atomzeitalter ein elftes Gebot lernen müssen: Du sollst den Kern nicht spalten! Der Bau von Atomkraftwerken ist so schöpfungswidrig und lebensfeindlich wie der Bau von Atombomben.
Quelle: Franz Alt 2008
27.04.2008
Sonnenenergie ist der Garant dafür, dass wir Strom in Zukunft überhaupt noch bezahlen können
Zur aktuellen Lage der Solarbranche in Deutschland sowie der anstehenden Novellierung des Erneuerbaren Energiegesetzes äußert sich Prof. Dr. Eicke Weber, der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), in einem Interview.
Wo steht Deutschland in der Entwicklung der Photovoltaik?
Eicke Weber: In den vergangenen drei Jahren hat Deutschland eine weltweite Spitzenstellung in dieser Technologie gewonnen. Das ist im Wesentlichen dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zu verdanken, das die Einspeisung von Strom aus ökologischen Quellen und seine Vergütung regelt, übrigens nicht nur für Solarstrom. Dieses Gesetz hat einen sehr starken Inlandsmarkt für Photovoltaik geschaffen. Dadurch entstand eine Industrie, die heute im Weltvergleich ganz vorne steht.
Wäre es nicht an der Zeit, die Vergütung deutlich zu reduzieren?
Eicke Weber: In den vergangenen sechs Jahren ist Deutschland aufgrund dieser klugen politischen Konstruktion zum Marktführer in der Solarstromtechnik aufgestiegen. Die Gesetzeslage schuf zigtausend Arbeitsplätze in einer jungen, von Innovation getriebenen Industrie, vor allem in den strukturschwachen Regionen Ostdeutschlands sowie im Handwerk. Solartechnik ist die Technik, die in den nächsten Jahrzehnten weltweit die wichtigste Rolle spielen wird. Wenn man jetzt die Vergütung pro Kilowattstunde zu stark reduziert, ist die Dynamik dieser Entwicklung gefährdet. Dann könnte die Nachfrage in Deutschland zusammenbrechen, und die Industrie würde schnell ihren wichtigsten Absatzmarkt verlieren.
Kritiker befürchten, dass die Vergütung auf Dauer nicht zu finanzieren ist. Welche Kosten kommen auf die Verbraucher zu?
Eicke Weber: Strom aus erneuerbaren Energien bekommt eine gesetzlich verbriefte Vergütung, wenn er in die öffentlichen Versorgungsnetze eingespeist wird. Schon heute wird der finanzielle Anreiz dafür jedes Jahr um fünf Prozent reduziert. Das heißt, die Industrie muss schon jetzt die Kosten drücken. Was sie durch ihre Investitionen auch tatsächlich erreicht. Da die Einspeisevergütung auf alle Haushalte gleichermaßen umgelegt wird, verteilen sich die Kosten. Derzeit sind es weniger als ein Euro im Monat pro Haushalt. Gesetzt den Fall, die erneuerbaren Energien wachsen weiter, könnten bis 2030 zwischen 50 und 80 Milliarden Euro zusammenkommen, aufsummiert und die Inflation eingerechnet.
Das klingt sehr viel...
Eicke Weber: Vor dieser Zahl erschrecken viele Leute, aber man muss natürlich dagegen setzen, wie viel Geld man in dieser Zeit für Strom aus fossilen Quellen ausgeben müsste. Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass wir heute 20 Cent pro Kilowattstunde hinblättern müssen, für Strom aus Kohlekraftwerken, Gasturbinen oder Atomkraftwerken? Nehmen wir eine moderate Preissteigerung an, werden es in zehn Jahren mindestens 30 Cent sein. Dann wird Solarstrom aber nur 25 Cent kosten.
Welches Fördermodell bevorzugen Sie für die Zukunft?
Eicke Weber: Wenn das deutsche Modell so weiter läuft wie bisher, erwarten wir in acht Jahren, dass Solarstrom billiger sein wird als Strom aus fossilen Kraftwerken. Dieser Zeitraum verkürzt sich, wenn wir den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen, statt darüber zu debattieren, wie wir ihn behindern können. Ein Blick nach Osten sollte genügen: Japan hat vor drei Jahren seine Solarförderung eingestellt, seitdem stagniert dort die Branche. Das früher führende Land fiel zurück, wurde von Deutschland überholt. Ich wünsche mir, dass wir diese historische Chance nutzen.
Das vollständige Interview können Sie am 27. April in der Sonderbeilage Sonnenstrom im Berliner Tagesspiegel lesen.
Quelle: EuPD Europressedienst Bonn 2008. zitiert nach Franz Alt, www.sonnenseite.com
PNN vom 26.10.2007
Zweite Caputher Bürgersolaranlage ab Dezember
Schwielowsee - An den Erfolg der ersten Caputher Bürgersolaranlage anknüpfend wird noch im Dezember die zweite, noch größere Bürger-Solaranlage auf einem anderen Dach des Seniorenzentrums in Caputh in Betrieb gehen. Das beschloss die Gesellschafterversammlung der 2. Sonnenstrom GbR Caputh jetzt einstimmig. „Mit fast 100 000 Euro für die zweite Anlage und insgesamt 43 neuen Gesellschaftern ist es uns gelungen, einen weiteren großen Schritt zum Klimaschutz in unserer Region zu leisten“, so Jörg-Uwe Fischer, ehrenamtlicher Geschäftsführer. Die zweite Anlage, die ein komplettes großes Dach im Seniorenzentrum ausfüllt, wird mit einer Leistung von 22 kW-peak mehr als die doppelte Energiemenge der ersten Bürger-Solaranlage liefern. Die Gesellschafter kommen diesmal aus Caputh und auch aus Beelitz, womit es sich erstmals um ein interkommunales Projekt handele. Unter den Beelitzerin ist Elke Seidel, Gründerin der ersten Bürger-Solaranlage in Brandenburg. Um mehr für den Klimaschutz zu tun, müssten die Kräfte weiter gebündelt werden, so Seidel. Wh
13.09.07
Die CO2-Tabelle für ein klimafreundliches Leben
Klimaschutz zum Selbermachen - die große CO2-Diät
co2online und der Pendo-Verlag bieten das erste Nachschlagewerk, das die individuellen Emissionen aus den Bereichen Konsum, Strom, Mobilität und Heizen vergleichbar macht. Mit Pendos CO2-Zähler sind die wichtigsten Daten zu CO2-Emissionen, Klimaschutz und Energiesparen für jeden zugänglich.
Lammfleisch aus Neuseeland, das gemütliche Schaumbad am Abend, der neue Plasma-Fernseher oder ein Wochenendtrip nach London - wo stecken die wahren CO2-Bomben? Wer das eigene CO2-Gewicht verringern möchte, kann mit Pendos CO2-Zähler im Taschenformat schnell Erfolge erzielen ohne auf alle Annehmlichkeiten seines Lebensstils zu verzichten.
„Wir möchten den Leuten ein Gespür vermitteln, in welchen Lebensbereichen viele klimaschädliche Treibhausgase stecken und wo sich eine CO2-Diät besonders lohnt", erläutert Andreas Grabolle, Autor und Mitherausgeber von co2online. „Die Ergebnisse waren für uns selbst oft überraschend. Dass Butter und Pommes viele Kalorien haben, wissen die meisten, doch wenigen ist klar, dass auch ihre Klimabilanz miserabel ist."
Vom täglichen Einkauf über den Weg zur Arbeit bis zur Urlaubsplanung zeigen Tabellen für die Bereiche Konsum, Strom, Heizen und Mobilität, was tatsächlich Pfunde auf die Klimawaage bringt und was viel weniger ins Gewicht fällt als erwartet. So kann jeder für den eigenen Haushalt berechnen, wie viel Treibhausgase er verursacht oder mit Ökostrom, Biolebensmitteln und Energiesparmaßnahmen vermeidet. Wo die eigene CO2-Diät beginnt, entscheidet jeder selbst.
Das Buch liefert die Fakten, erklärt wichtige Begriffe und führt leicht verständlich auch an anspruchsvolle Themen heran. Einfach umzusetzende Ideen motivieren zu einer klimafreundlichen Lebensweise. Neben den besten Tipps, die oft zudem Geld sparen, gibt es hilfreiche Adressen für verantwortungsbewusste Konsumenten.
Pendos CO2-Zähler ist das erste Nachschlagewerk zum Vergleich der wichtigsten individuellen CO2-Emissionsquellen für alle, die effizient das Klima schützen möchten.
Quelle: Franz Alt
MAZ vom 22.08.2007
Solar-Aktionäre werden gesucht
Bürger in Caputh planen zweite Anlage
CAPUTH Die erste Caputher Bürger-Solaranlage auf dem Dach des Seniorenzentrums wird ihre erwartete Jahresleistung bereits im August überschreiten. Und dies, obwohl der Jahrhundertsommer bisher ausgeblieben ist.
Bis zum 18. August hat die Anlage 7.803 Kilowattstunden Sonnenenergie im Wert von 4.042 Euro erzeugt. Damit sind außerdem 5.852 Kilogramm Kohlendioxid eingespart worden. "Dieses Ergebnis kann sich sehen lassen", sagte Jörg-Uwe Fischer, der ehrenamtliche Geschäftsführer der Sonnenstrom GbR in Caputh.
Mit der Auswahl von hochleistungsfähigen Solarzellen und der Montage auf dem Dach des Seniorenzentrums in Südlage, hätten sich die Gesellschafter richtig entschieden.
Bis zum Jahresende soll eine zweite Bürger-Solaranlage in Betrieb genommen werden. Dafür haben mehrere Bürger bereits mehr als 20.000 Euro zur Verfügung gestellt. Unter ihnen befinden sich zahlreiche Gesellschafter, die sich an der ersten Bürger-Solaranlage beteiligt haben.
Weitere Mitgesellschafter werden gesucht, um 20 Jahre lang die staatlich garantierte Einspeisevergütung von rund 49 Cent pro Kilowattstunde zu sichern.
Für die zweite Anlage können Gesellschafter Anteile im Wert von 500 bis 10.000 Euro kaufen. Informationen gibt es unter 0177/2 13 11 75 oder im Internet unter www.sonnnenstromcaputh.de. MAZ
PNN vom 21.08.2007
Jahresertrag schon im August
Zweite Bürgersolaranlage in Caputh in Arbeit
Schwielowsee - Die erste Caputher Bürger-Solaranlage auf dem Dach des Seniorenzentrums wird die prognostizierte Jahresleistung der Einspeisevergütung bereits im August 2007 überschreiten. „Und dies, obwohl der angekündigte Jahrhundertsommer bisher ausgeblieben ist“, informierte Jörg-Uwe Fischer, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Sonnenstrom GbR aus Caputh. Bis zum 18. August habe die Anlage 7.803 Kilowattstunden Sonnenenergie im Gegenwert von 4.042 Euro erzeugt. Die CO2-Einsparung beträgt damit 5.852 Kilogramm – ein deutscher Haushalt erzeugt durchschnittlich 13 Tonnen CO2 jährlich. „Dieses Ergebnis kann sich sehen lassen“, meint Fischer. „Weitere Sonnenmonate stehen uns ja noch bis zum Jahresende ins Haus, die den Ertrag noch wesentlich steigern werden.“ Unter www.sonnenstromcaputh.de sind die aktuellen Daten der 10,5 kWp Anlage veröffentlicht.
Die Auswahl leistungsfähiger Solarzellen und die Montage auf dem Dach des Seniorenzentrums mit Südlage seien eine richtige Entscheidung gewesen. Auch deshalb fühlten sich zahlreiche Interessenten für den Bau einer weiteren Bürger-Solaranlage in Caputh angesprochen. Bis zum Jahresende soll die zweite Anlage in Betrieb gehen. Mehr als 20.000 Euro haben neue solarstrombegeisterte Bürger bereits zur Verfügung gestellt, darunter zahlreiche Gesellschafter der ersten Bürger-Solaranlage, die sich wiederum engagieren wollen, um ihren persönlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
„Weitere Mitgesellschafter sind jedoch notwendig und natürlich herzlich willkommen, um sich 20 Jahre lang die staatlich garantierte Einspeisevergütung von 49,21 Cent pro Kilowattstunde zu sichern“, wie Fischer erklärte. Für die zweite Anlage können Anteile ab 500 Euro bis maximal 10.000 Euro gezeichnet werden. wh
PNN vom 04.08.2007
In Brandenburg entsteht weltgrößtes Solarkraftwerk
Sonnenkraftwerk auf Truppenübungsplatzsoll bis zu 50 Megawatt Leistung erbringen
Turnow-Preilack - Im Süden Brandenburgs soll auf einem Teil des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lieberose das weltweit größte Solarkraftwerk entstehen. Der Investor und die Gemeinde Turnow-Preilack bei Peitz bestätigten entsprechende PNN-Informationen. Demnach will die Cottbuser Firma Solar Projekt GmbH auf einem mehr als 300 Hektar großen Teil des einstigen Übungsplatzes eine Anlage bauen, die bei strahlender Sonne und wolkenlosem Himmel eine Leistung von bis zu 50 Megawatt erbringen soll. 142 Hektar sollen allein die Photovoltaik-Felder ausmachen.
Das derzeit größte Solarfeld steht auf einem 77 Hektar großen Areal in Arnstein bei Würzburg. Rund 1400 einzelne, der Sonne nachgeführte Solarstromanlagen, produzieren dort den Jahresstrom für etwa 4500 Haushalte. Die maximale Leistung liegt hier bei 12 Megawatt. In der Nähe von Leipzig entsteht derzeit auf insgesamt 220 Hektar eines früheren Militärflughafen eine 40-Megawatt-Anlage, die Ende 2009 in Betrieb gehen soll. Zum Vergleich: Ein Atomkraftwerk bringt es auf rund 1000 Megawatt Leistung.
Das Brandenburger Projekt soll in fünf Abschnitten realisiert werden. Die ersten Bauarbeiten sollen im nächsten Jahr beginnen, die Gesamtfertigstellung ist für 2009 geplant. Das Bebauungsplanverfahren läuft bereits. Die Investitionssumme liege bei 160 bis 180 Millionen Euro, sagt Klaus Hoff vom Investor Solar Projekt. Ein Großteil davon werde zunächst in die Altlastensanierung auf dem einstigen Militärgelände investiert und später über den Betrieb der Anlage refinanziert werden. Den Standort hat das Land Brandenburg vorgeschlagen. Das Areal auf dem mit 28 000 Hektar ehemals größten Truppenübungsplatz in Ostdeutschland ist stark belastet. „Das Grundwasser ist mit Chemikalien verseucht und der Boden voller Munition“, sagt Helmut Fries, Bürgermeister der Gemeinde Turnow-Preilack.
Fries sagt, er hoffe inständig, dass es diesmal etwas werde mit den Planungen für das kontaminierte Gelände. Schon einmal habe es ernsthafte Interessenten gegeben. „Die wollten einen Windpark bauen“, sagt Fries. Doch obwohl das Areal ausführlich geprüft und schließlich in den Landesplan für Windkraftstandorte aufgenommen wurde, wurde nichts daraus.“ Mitarbeiter des Landesumweltamtes wandten ein, dass in der Nähe ein Adler lebe, der sich vom Windrad gestört fühlen könnte.
Der Grund für die Befürchtung von Fries, dass das Landesumweltamt auch diesmal wieder auf den Plan treten und den Solarpark ablehnen könnte, liegt gleich neben der geplanten Anlage: Ein Teil des Übungsplatzes steht unter Naturschutz und soll als Totalreservat ausgewiesen werden. Fries hat nichts dagegen, aber er will, dass „die Umweltschützer auf dem Teppich bleiben“. Er verweist darauf, dass im benachbarten Naturschutzgebiet noch immer tausende Blindgänger im Boden liegen. „Bei Waldbränden gibt es immer wieder Detonationen das ist lebensgefährlich.“ Und umweltfreundlicher als mit einem Solarkraftwerk für das auch noch die Altlasten in der Nähe des Naturschutzgebietes beseitigt würden , gehe es schließlich nicht.
Zumal das Solarkraftwerk nur für eine begrenzte Zeit produzieren soll: 25 bis 30 Jahre lang. Danach werde die Anlage komplett abgebaut und die Flächen dem Land zurückgegeben, sagt Investor Hoff. Auch deshalb spricht er von einem „Modellprojekt“. Darüber hinaus „sichert das Vorhaben langfristig eine Energieversorgung mit regenerativer Solarenergie in der Region und spart fast 50 000 Tonnen CO2 im Jahr ein“.
PNN vom 05.06.2007
Konjunktur für Caputher Sonnenstrom
Zweite Bürgersolaranlage noch in diesem Jahr
Schwielowsee · Caputh - Noch in diesem Jahr soll eine zweite Bürger-Solaranlage auf einem Dach des Seniorenzentrums in Caputh in Betrieb gehen. Das empfahl die Gesellschafterversammlung der ersten Bürger-Solaranlage auf ihrer jüngsten Sitzung. Aus formalen Gründen, so der ehrenamtliche Geschäftsführer Jörg-Uwe Fischer aus Caputh, soll dazu die „Sonnenstrom GbR Zweite Bürger-Solaranlage in Caputh“ gegründet werden. So bleibt die rechtliche Eigenständigkeit der beiden Anlagen erhalten. Inzwischen sind die Solarmodule aufgrund hoher Nachfrage auch preiswerter geworden, so dass nach Möglichkeit eine höhere Leistung zwischen 10 und 20 Kilowatt-Peak aufgebaut werden könnte, heißt es in einer Pressemitteilung. Die zweite Anlage soll zudem ein Anzeigepanel vor Ort im Seniorenzentrum erhalten. Inzwischen liegen bereits Zeichnungserklärungen von mehr als 15 000 Euro für das Folgeprojekt vor, davon zahlreiche aus den Reihen der Gesellschafter der ersten Anlage.
„Das wundert mich nicht“, meint Jörg-Uwe Fischer zu dieser rasanten Entwicklung. „Wir haben in diesem Jahr aufgrund des sonnenreichen Frühjahrs bereits einen überdurchschnittlichen Ertrag einfahren können und alle sind auch sehr zufrieden mit der Leistungsfähigkeit der Anlage. Und der Sommer mit besten Ertragswerten steht uns ja noch bevor.“ Im Spätsommer werden die Gesellschafter der Sonnenstrom GbR auf Einladung des Solarzellenherstellers Conergy zur kürzlich errichteten Niederlassung in Frankfurt (Oder) fahren, um einen Eindruck von der Produktionstechnologie von Solarzellen zu erhalten. Weitere Informationen dazu und zur Beteiligungsmöglichkeit an der zweiten Bürger-Solaranlage in Caputh bei Jörg-Uwe Fischer unter Telefon (0177) 213 1175. wh
Ehrgeizige Ziele beim Klimaschutz
Umweltminister Sigmar Gabriel legt Acht-Punkte- Plan vor. Sparsame Geräte und erneuerbare Energien.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat einen Acht-Punkte-Plan zum Klimaschutz vorgelegt. Ziel ist, bis 2020 den CO2-Ausstoß um 40 Prozent zu senken, verglichen mit dem Stand von 1990. Durch folgende konkrete Maßnahmen sollen die Kohlendioxid-Emissionen pro Jahr bis dahin um 270 Millionen Tonnen niedriger ausfallen als 2006.
1. SENKUNG DES STROMVERBRAUCHS: Durch sparsame Geräte, effizientere Motoren in der Industrie und eine deutliche Minderung des Stand-by-Strombedarfs kann der Stromverbrauch bis 2020 um elf Prozent gesenkt werden. Das entspräche einer Reduzierung des jährlichen Kohlendioxid-Ausstoßes um 40 Millionen Tonnen. Dazu soll unter anderem ein Energieeffizienzfonds eingeführt werden, der vor allem klein- und mittelständische Unternehmen unterstützt. Die Verbrauchsstandards für Geräte sollen durch staatliche Vorgaben besser werden, wobei nach dem "Top-Runner-Prinzip" jeweils das sparsamste Gerät den Standard vorgibt, das andere in einer bestimmten Frist erreichen müssen.
2. EFFIZIENTERE KRAFTWERKE: Durch die Erneuerung des Kraftwerkparks sollen 30 Millionen Jahrestonnen CO2 eingespart werden. Der Anteil der Energiewirtschaft an den gesamten Treibhausgas-Emissionen in Deutschland beträgt derzeit 40 Prozent. Durch höhere Wirkungsgrade neuer Kohlekraftwerke und den Zubau von Erdgas-Kraftwerken können die Emissionen reduziert werden. Anreize sollen von der Verknappung und Versteigerung von Emissionszertifikaten ausgehen. Ein Mittel soll auch die CO2-Abscheidung und Speicherung sein.
3. ERNEUERBARE ENERGIEN IN DER STROMERZEUGUNG: Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung soll von heute 11,8 Prozent auf über 27 Prozent im Jahr 2020 steigen. Das entspräche 55 Millionen Jahrestonnen CO2 weniger. Schwerpunkte sind der weitere Ausbau der Windenergienutzung und die Biomasseverstromung.
4. ERNEUERBARE ENERGIEN IM WÄRMESEKTOR: Ziel der Bundesregierung ist es, den Anteil erneuerbarer Energien wie Biomasse, Solaranlagen und die Nutzung von Erdwärme zur Wärmeerzeugung von derzeit sechs Prozent bis 2020 auf 14 Prozent zu steigern. Damit könnten die CO2-Emissionen aus Haushalten, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen sowie in der Industrie um etwa 14 Millionen Tonnen pro Jahr gesenkt werden. Entsprechende Vorgaben etwa für die Altbausanierung sollen in dem noch zu beschließenden Wärmegesetz geregelt werden.
5. KRAFT-WÄRME-KOPPLUNG: Die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bei der Stromerzeugung soll gegenüber dem heutigen Stand auf 25 Prozent mehr als verdoppelt werden. Das entspräche 20 Millionen Tonnen weniger CO2-Ausstoß. Dazu soll es wirtschaftliche Anreize zur Modernisierung und für den Bau entsprechender Anlagen geben.
6. GEBÄUDESANIERUNG: Durch eine energetisch sinnvolle Gebäudesanierung, moderne Heizungsanlagen und Wärmeeinsparungen in der Produktion können die Heizkosten und CO2-Emissionen in diesem Bereich im Durchschnitt mehr als halbiert werden. Das wären 41 Millionen Tonnen weniger CO2-Emissionen im Jahr. Dazu wurde bereits das CO2-Gebäudesanierungsprogramm für die Jahre 2006 bis 2009 auf 1,4 Milliarden Euro aufgestockt. Auch die Energieverbrauchswerte von Neubauten sollen in einem ersten Schritt ab 2009 um 30 Prozent sinken.
7. VERKEHR UND BIOKRAFTSTOFFE: Durch technische Innovationen wie kraftstoffsparende Motoren, geringere Motorenleistung und eine effiziente Fahrweise kann der CO2-Ausstoß bei Pkw bis 2020 um bis zu 40 Prozent gesenkt werden. Der Anteil der Biokraftstoffe soll auf 17 Prozent steigen. Der Flugverkehr soll in den Emissionshandel einbezogen werden. Die jährlichen Einsparungen bei den Emissionen summieren sich auf 30 Millionen Tonnen.
8. ANDERE TREIBHAUSGASE: Auch Treibhausgase wie Lachgas, Methan und so genannte F-Gase, die vor allem in Kühlgeräten und Klimaanlagen eingesetzt werden, sollen gemindert werden. Gefordert ist beim Methan auch die Landwirtschaft. Einsparungen beim CO2-Ausstoß: 40 Millionen Jahrestonnen.
Quelle: Bundesministerium für Umwelt
Alle können Ökostrom beziehen
von Franz Alt, 2007
Bei aktuellen Umfragen befürworten mehr als 80 Prozent der Deutschen erneuerbare Energien und nur noch knapp 20 Prozent Atomstrom. Aber etwa 95 Prozent aller deutschen Haushalte beziehen noch immer Atomstrom und weniger als fünf Prozent Ökostrom. Obwohl der Wechsel so einfach ist.
Bei aktuellen Umfragen befürworten mehr als 80 Prozent der Deutschen erneuerbare Energien und nur noch knapp 20 Prozent Atomstrom. Aber wenn diesen Lippenbekenntnissen Taten folgen sollen, sieht die Realität ganz anders aus.
Aber etwa 95 Prozent aller deutschen Haushalte beziehen noch immer Atomstrom und weniger als fünf Prozent Ökostrom, obwohl sich seit sieben Jahren jeder Haushalt zwischen herkömmlichem Strom und Ökostrom frei entscheiden kann. Wie ist die große Diskrepanz zwischen schönen Worten und schnöden Taten zu erklären? Beim Thema erneuerbare Energien gibt es immer noch viel Unkenntnis und noch mehr Vorurteile.
Vorurteil Nummer eins: Der Umstieg auf Ökostrom sei sehr bürokratisch. Das ist falsch. Die grünen Stromanbieter machen es ihren Kunden wirklich leicht. Ein kurzer Antrag, meist nur eine Postkarte an den Anbieter von erneuerbarer Energie oder an die Stadtwerke und alles andere geschieht dann von selbst. Den Papierkram erledigt der neue Stromlieferant. Die Stromlieferung läuft automatisch weiter.
Vorurteil Nummer zwei: Ökostrom sei teuer. Manchmal kostet die Kilowattstunde Strom aus Sonne, Wasserkraft, Windkraft oder Bioenergie vielleicht zwei oder drei Cent mehr, aber sollte uns das die Energiewende und das Vermeiden des lebensbedrohenden Klimawandels nicht wert sein? Es gibt inzwischen sogar Ökostromanbieter, die - wenn Sie energiesparsam wirtschaften - den Strom aus erneuerbaren Quellen preiswerter anbieten als die alten Energieversorger. Das ist Greenpeace Energy in Hamburg, Lichtblick in Hannover, Naturstrom AG in Düsseldorf oder die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) im Südschwarzwald (Adressen siehe unten). Sie liefern garantiert 100-prozentigen Ökostrom. Es gibt also wirklich keine Ausreden mehr, sondern nur noch Ignoranz und Bequemlichkeit an der falschen Stelle.
Während Ökostrom in den letzten zehn Jahren um 50 Prozent billiger wurde und weiter billiger werden wird, haben die alten Energieversorger ihre Preise in derselben Zeit verdoppelt. Das ist auch leicht erklärbar: Sonne und Wind schicken uns keine Rechnung. Die Natur liefert uns die Geschenke des Himmels umsonst, während Öl aus Arabien, Gas aus Sibirien oder Uran aus Australien immer knapper und deshalb teurer werden. Öl und Gas - aber auch Uran für Atomkraftwerke - sind in wenigen Jahrzehnten zu Ende, aber die Sonne liefert uns noch viereinhalb Milliarden Jahre Energie. Investitionen in erneuerbare Energien sind sozusagen Investitionen für die Ewigkeit während jeder Liter Öl und jede Tonne Kohle, die heute verbraucht werden, für künftige Generationen unwiederbringlich verloren sind.
Vorurteil Nummer drei: Ökostrom sei nicht sicher und werde nicht zuverlässig geliefert. Hier gibt es grundsätzlich keinen Unterschied zu herkömmlichen Anbietern. Deutschland hat eine hohe Versorgungssicherheit - egal ob Atomstrom oder Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Alle deutschen Stromlieferanten sind zuverlässiger als zum Beispiel die US-Stromkraftwerke oder die Kraftwerke in Italien. Die Sonne hat nie einen Blackout.
Der Strom aus Ihrer Steckdose ist immer derselbe. Zur Zeit sieht der Strommix in Deutschland so aus: 30 Prozent Atom, 26 Prozent Braunkohle, 22 Prozent Steinkohle, 10 Prozent Gas, 10 Prozent erneuerbare Energien und zwei Prozent Öl.
Entscheidend ist also wie der Strom produziert wurde. Aus alten oder erneuerbaren Energiequellen? Je mehr Strom aus umweltfreundlichen Kraftwerken ins Netz gespeist wird, desto weniger Strom muss aus Atom- oder Kohlekraftwerken produziert werden.
Der derzeitige RWE-Stromix sieht so aus:
49 Prozent wird aus Braunkohle, 25 Prozent aus Atomkraft, 12 Prozent aus Steinkohle, 13 Prozent aus Erdgas und nur ein Prozent aus regenerativen Quellen (Wind, Sonne, Wasser und Biomasse) gewonnen.
Der Strommix von E.on:
48 Prozent Atom, 34 Prozent Steinkohle, 7 Prozent Braunkohle, 6 Prozent Wasserkraft und fünf Prozent über Kraftwärmekopplung und erneuerbaren Energien.
Man sieht: Wer RWE- oder E.on-Strom bezieht, unterstützt die alten schmutzigen und gefährlichen Energieträger. Wer aber wirklich auf umweltfreundliche und ungefährliche Energie umsteigen will, hat seinen Antrag in etwa drei Minuten ausgefüllt. Es gibt keine Ausreden mehr. Das Hauptproblem der solaren Energiewende sind nicht böse Unternehmer oder korrupte Politiker - das Hauptproblem sind die vielen guten Menschen, die nichts unternehmen.
Übrigens: Die oben genannten Ökostromanbieter investieren ihre Gewinne in Öko-Kraftwerke. Die solare Energiewende kann tatsächlich von unten organisiert werden, wenn sie wirklich gewünscht wird.
Die Adressen:
EWS - Elektrizitätswerke Schönau GmbH
Friedrichstraße 53 - 55 79677 Schönau Telefon: 07673-88850 Fax: 07673-888519 Email: info@ews-schoenau.de
Greenpeace energy eG
Schulterblatt 120 20357 Hamburg Tel. 040 / 28 05 79 - 0 Fax 040 / 28 05 79 - 99 info@greenpeace-energy.de
LichtBlick - die Zukunft der Energie GmbH
www.kein-atomstrom.de Max-Brauer-Allee 44 22765 Hamburg Telefonisch: 0180-2-660 660 (Mo-Fr 8 bis 20 Uhr / 6 Ct. pro Anruf aus dem Festnetz) Per Fax: 0180-2-660 661(6 Ct. pro Fax) Email: info@lichtblick24.de
Naturstrom AG
Mindener Straße 12 40227 Düsseldorf Tel. 02 11 - 7 79 00-0 Fax 02 11 - 7 79 00-5 99 Email: info@naturstrom.de
Quelle: Franz Alt Newsletter, 2007
Alle können etwas tun
Interview mit Franz Alt
Herr Alt, Ökologie und Umweltschutz wird für viele Menschen inzwischen immer wichtiger. Doch in der Politik werden umweltschützende Maßnahmen oft als Gefahr für die Arbeitsplätze gesehen. Geht es denn tatsächlich nur um Geld oder Leben“?
Umweltschutz ist kein Arbeitsplatzkiller, sondern der Arbeitsplatzknüller des 21. Jahrhunderts. Als Beispiel die Erneuerbaren Energien: 10 Prozent des Stroms in Deutschland werden von 170.000 Menschen durch Erneuerbare Energien produziert. Etwa genau soviel Menschen sind in der alten Energiewirtschaft tätig, obwohl dort 90% des Stroms produziert wird. Das heißt Erneuerbare Energien sind 10-mal so arbeitsplatzfreundlich wie die alten Energieträger. Obwohl Konzernmanager immer wieder behaupten, Umweltschutz zerstöre Arbeitsplätze, lässt sich das Gegenteil leicht nachweisen: 2007 arbeiten in Deutschland 1,5 Millionen Menschen in den Umweltbranchen. 2020, sagt Umweltminister Gabriel, werden es drei Millionen sein.
Nützt es denn etwas, wenn sich Einzelne/Familien umweltgerecht verhalten oder dient das nur zur Gewissensberuhigung?
Jeder und Jede ist verantwortlich für eine bessere Umwelt. Es ist ein gutes Zeichen für seelische Gesundheit, wenn dann auch unser Gewissen beruhigt ist. Wenn jeder vor seiner eigenen Haustür kehrt, wird die ganze Welt sauber. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz kann in Deutschland auch jeder Geld sparen. Wer kein eigenes Haus für Solaranlagen hat, beteilige sich an Gemeinschaftsanlagen, die es immer mehr gibt. Oder an Windrädern. Beste Geschäfte macht auch, wer Wind- oder Solaraktien kauft und er leistet einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Der große ökonomische Vorteil der Nutzung ökologischer Energien ist: Sonne und Wind schicken uns keine Rechnung.
Selbst wenn man sich umweltgerecht ernährt, kleidet und verhält, widerspricht aber doch der Traum vom eigenen Haus im Grunde genommen jedem ökologischen Anspruch. Gibt es da einen Ausweg?
Ja natürlich, die meisten Altbauten, in denen wir heute noch wohnen, wurden mit falschen Baumaterialien gebaut und sie verbrauchen viel zu viel Energie. Die Alternativen, mit deren Hilfe wir es besser und intelligenter machen können, sind: Holzhäuser, Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser, Solarhäuser, ja sogar Solarenergie-Plus-Häuser. Das sind Häuser, die mehr Strom mit Hilfe der Sonne erzeugen, als die Menschen in diesen Häusern verbrauchen. Solche Häuser sind sowohl ökologisch wie ökonomisch verantwortbar. Stichwort Versiegelung: Besser als neu bauen, ist natürlich renovieren. In vielen Städten sollte nicht weiter am Rand auf der grünen Wiese, sondern in den Brachen der Innenstadt gebaut werden.
Macht es Sinn, auf „natürliche“ Baustoffe zu achten, wenn manche modernen („chemischen“) Produkte viel besser sind? Beispiel Wärmedämmung, Dampfsperren ...
Wer baut, muss immer auch an die spätere Notwendigkeit zur Entsorgung denken. Eine ökologische Bilanz kann nur dann richtig sein, wenn ich ein Produkt von der Wiege bis zu Bahre betrachte. Als Klaus Töpfer noch Bauminister war; hat er einmal gesagt: „Wenn wir so weiterbauen wie bisher dann ist der Abriss eines Hauses schon in 30 Jahren teurer als der Bau eines Hauses.“ Heute ist in Deutschland etwa die Hälfte allen Mülls Bauschutt das ist der Beweis dafür, dass wir bisher unverantwortlich gebaut haben.
Wir wohnen seit 35 Jahren im Schwarzwald in einem Holzhaus. Die Energiebilanz beim Produzieren von Holz als Baustoff ist viermal günstiger als bei Zement, 24-mal günstiger als bei Stahl und 126-mal günstiger als bei Aluminium. Es ist deshalb gut, dass sich der Anteil des Holzes am gesamten Baumaterial in den letzten 10 Jahren in Deutschland verdreifacht hat. Das ist ein Fortschritt.
Gibt es Möglichkeiten , bezahlbar ökologisch und umweltfreundlich zu bauen? Worauf sollte man Schwerpunkte legen?
Ökologisch bauen ist am Anfang unter Umständen einige Prozent teurer, aber mittel- und langfristig entschieden preiswerter und gesünder ohnehin. Die Frage ist natürlich: Was ist mir meine Gesundheit wert. Nehmen wir als Beispiel die immer teurer werdende Energie Öl und Gas. Schon heute ist Heizen mit Pellets billiger als herkömmliches Heizen. In den letzten 10 Jahren sind erneuerbare Energien um die Hälfte billiger geworden und die alten Energien um das dreifache teurer. Dieser Trend setzt sich fort. Wer heute noch mit Öl oder Gas heizt, verfeuert sein Geld. Bei meinen Vorträgen sagen mir immer mehr Installateure, dass sie nur noch alternative Energien einmal aus moralischen Gründen, aber auch, weil sie die Wut ihrer Kun den befürchten, die schon in wenigen Jahren die alten Energien einfach nicht mehr bezahlen können und dann den Installateuren vorwerfen, dass sie nicht richtig beraten wurden.
Wo könnten Baufamilien ansetzen, die nicht so viel finanzielle Mittel zur Verfügung haben?
Auch wer keine finanziellen Mittel hat, kann auf Erneuerbare Energien umsteigen oder seinen Altbau energetisch nachrüsten. Er gewinnt immer und grundsätzlich. Und die Umwelt sowieso. Dafür gibt es günstige Kredite von der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau oder auch Zuschüsse.
Energieberater können jedem Hausbesitzer leicht ausrechnen, wie viel Heizenergie er durch undichte Fenster, Türen und Dächer verliert. 90% unserer Häuser sind viel zu wenig gedämmt wir sollten ihnen einen Wintermantel anlegen. Wenn ein Altbau besser gedämmt wird, kann bis zu 80 und 90 % Energie eingespart werden. Das ist ein doppelter Gewinn- für den Geldbeutel und für die Umwelt. Es gibt auch keinenLeser dieser Zeilen, der nicht ganz rasch und einfach beim alten Energieversorger seien Atomstrom abbestellen und Ökostrom bestellen könnte zum Beispiel bei Greenpeace oder Lichtblick in Hamburg oder bei den Elektrizitätswerken Schönau, EWS.
Auch Ziegel- und Betonhersteller bezeichnen ihre Baustoffe als "natürlich" und umweltfreundlich. Wo sehen Sie hier Unterschiede?
Beim Bauen gibt es viel Etikettenschwindel. Nicht alles ist öko, wo öko draufsteht. Aber natürlich gibt es auch schlechtes Holz und gute Ziegel. Da muss man genau hinschauen und differenzieren. Letztlich können das am besten Fachleute bewerten, zu denen Sie Vertrauen haben.
Quelle: Franz Alt 2007
PNN vom 15.03.2007
Pilotprojekt gestartet
Caputher Bürgersolaranlage funkt ins Internet
Schwielowsee · Caputh - Die erste Caputher Bürger-Solaranlage auf dem Dach des Seniorenzentrums funkt seit kurzem einmal täglich alle Daten zum Solarstromertrag. Unter www.sonnenstromcaputh.de können jetzt die 50 Anteilsinhaber und weitere Interessenten die aktuellen Daten der 10,5 kWp Anlage, die seit Herbst 2006 störungsfrei arbeitet, ablesen.
Bei strahlender Frühlingssonne zeige das Funkmodul, das mit einer GSM-Karte wie ein automatisiertes Handy arbeitet, den täglichen wachsenden Energiebetrag in kWh und die erzeugte Menge Strom seit Inbetriebnahme der Anlage an, heißt es in einer Pressemitteilung der Sonnenstrom GbR. Zudem werde auch gleich noch die Höhe der Einspeisevergütung für den Sonnenstrom in Euro ausgerechnet. Aber auch die Menge des durch den Betrieb der Anlage eingesparten Kohlendioxidanteils begeistere die Gesellschafter vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadiskussion. Diese Informationen sollen in Kürze noch durch aktuelle Wetterdaten für Caputh ergänzt werden.
Das Funkmodul (Sunreader) ist erstmalig im Land Brandenburg in einer Bürger-Solaranlage installiert worden. Mit seiner Hilfe können auch kleine Störungen durch die Funk-Datenübermittlung von Ferne erkannt und umgehend abgestellt werden. Das Pilotmodell des Funkmoduls „Conergy Sunreader“ ist der Caputher Bürger-Solaranlage ohne Zusatzkosten von der Firma Suntechnics zur Verfügung gestellt worden. Diese hatte im Herbst 2006 die Solaranlage als Referenzobjekt aufgebaut (PNN berichteten).
„Während die große Politik täglich mit immer neuen Vorschlägen zur CO2-Reduktion aufwartet, haben wir im Kleinen schon längst Tatsachen geschaffen“, erklärte Hans-Joachim Kursawa, stellvertretender Geschäftsführer der GbR und selbst Anteilsinhaber. „Wir warten aber noch immer darauf, dass auch die Gemeinde Schwielowsee die Vorteile der Solarenergie zur CO2-Reduktion auf öffentlichen Gebäuden umsetzt, wie es andere Gemeinden vorgemacht haben“, so Kursawa. Jetzt werde eine zweite Bürger-Solaranlage auf dem Dach des Seniorenzentrums in Caputh geplant und um neue Gesellschafter geworben. wh
PNN vom 13.02.2007
Staubsaugen mit Sonnenstrom
Positive Bilanz der ersten Potsdamer Bürgersolaranlage / Gewoba: Mieter wollen Ökostrom
Drewitz - Einige wollten “ein ganz klein wenig die Welt retten”. Andere ihr Erspartes sinnvoll anlegen. So fanden sich 35 Potsdamer und investierten 50.000 Euro in die erste Bürgersolaranlage Potsdams. In Drewitz ist sie seit dem 28. Dezember 2006 am Netz. Die bis zu 8,7 Kilowattstunden leistende Photovoltaik-Anlage hat bisher Strom “für 200 Stunden Staubsaugen” produziert, wie die Geschäftsführerin der Potsdamer Bürger-Solar GbR, Sophie Haebel, gestern vor Journalisten erklärte. Dies sei zwar nicht viel, sie verwies aber darauf, dass die sonnenreichen Monate erst noch kommen. Ziel der Bürgerinitiative ist es, übers Jahr Strom für den Jahresbedarf von acht Personen zu produzieren.
Kooperationspartner der Bürger-Solar GbR ist die Wohnungs- verwaltungsgesellschaft Gewoba, Eigentümerin des Plattenbaus vom Typ WBS 70 in der Fritz-Lang-Straße 10-12, auf dessen Dach nun Solarstrom produziert wird. Wie Gewoba-Geschäftsführer Jörn-Michael Westphal erklärte, seien die Solar-Protagonisten vor eineinhalb Jahren bei ihm auf offene Ohren gestoßen, da die Gewoba selbst “ein Umweltmanagement im Unternehmen etablieren will”. Schon nach einem halbstündigen Gespräch seien sie ins Auto gestiegen, um sich geeignete Häuser anzusehen. Bereits seit dem Jahr 2000 betreibt die Gewoba selbst eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach eines Hauses in der Johannes-R.-Becher-Straße sowie drei Anlagen für Solarthermie. Solarthermische Anlagen produzieren nicht Strom wie Photovoltaik-Anlagen, sondern heißes Wasser. “Grundsätzlich”, so Westphal, werde bei jeder Dachsanierung geprüft, ob die Installation einer Solaranlage möglich ist. Wie der Gewoba-Chef ankündigte, werde in diesem Jahr seitens der Gewoba noch solarthermische Anlagen in der Geschwister-Scholl-Straße 6,7 und 7a sowie in der Großbeerenstraße 142 bis 152 installiert. Hinzu komme in der Geschwister-Scholl-Straße noch eine Photovoltaik-Anlage. Westphal zufolge haben sich 38 Prozent der Gewoba-Mieter für Ökostrom als Hausstrom ausgesprochen - “ein klares Votum unserer Mieter”. Die Gewoba suche nun nach Wegen, dieser Nachfrage nachzukommen.
Der Solarstrom wird gemäß dem Erneuerbaren Energien-Gesetz (EEG) von den örtlichen Energieunternehmen zu einem festgelegten Preis abgenommen. Die Stadtwerke Potsdam vergüten die eingespeiste Kilowatt-Stunde der Bürgersolaranlage mit 51,8 Cent. “Und dies für den Zeitraum von 20 Jahren”, wie Klaus-Michael Winnen vom Ingenieurbüro Winnen in Berlin sagte. Nach zwölf Jahren habe sich die Investitionssumme amortisiert. Die Bürger-Solar GbR wirbt auf ihrer Homepage, für eine Einlage von 1000 Euro erhalte ein Gesellschafter einen Ertrag von 1600 Euro in 20 Jahren. Für Solaranlagen, die 2007 ans Netz gehen, beträgt das Entgeld nur noch 49,21 Cent pro Kilowattstunde für 20 Jahre, da das EEG diesen Vergütungsrückgang vorsehe, so Winnen. Dennoch lohne sich die Investition in Solaranlagen weiterhin.
Da das Dach des Plattenbaus in der Fritz-Lang-Straße 10-12 statisch keine zusätzlichen Belastungen vertrage, wurden laut Winnen spezielle so genannte Dünnschichtmodule verwendet, die auf flache Trapezblech- Unterkonstruktionen aufgebracht sind. Dadurch wurden zusätzliche Windlasten, wie sie mit größeren Aufbauten verbunden wären, vermieden. Den Sturm “Kyrill” überstand die Anlage unbeschadet.
Guido Berg
10.02.2007
juwi baut die weltgrößte Photovoltaik-Anlage der Welt
Bis Ende 2009 errichtet juwi auf einem ehemaligen Militärflughafen östlich von Leipzig eine 40-Megawatt-Anlage mit modernster Dünnschichttechnologie.
Nachdem die Baugenehmigung nun vorliegt, steht der Baubeginn unmittelbar bevor. Zum Vergleich: Heute hat die weltweit größte installierte Photovoltaik-Anlage eine Leistung von rund zwölf Megawatt.
Die Anlage im sächsischen Muldentalkreis wird auf der Hälfte der 220 Hektar großen Fläche in den Gemeinden Brandis und Bennewitz gebaut. Um dieses rund einen Kilometer breite und etwa zwei Kilometer lange Areal zu umwandern braucht man über eine Stunde. “Die Grundfläche der Anlage entspricht dabei in etwa 200 Fußballfeldern”, erläutert juwi-Geschäftsführer Matthias Willenbacher die Dimensionen des Projektes.
Der Solarpark ”Waldpolenz” ist ein Meilenstein für die Entwicklung der juwi-Gruppe und für die Photovoltaik (PV) allgemein: Denn das Kraftwerk in Brandis liegt mit einem Investitionsvolumen von rund 130 Mio. Euro bei einem spezifischen Preis von rund 3.250 Euro pro Kilowatt - etwa 20 bis 40 Prozent unter dem üblichen Marktpreis. Es wird damit die weltweit günstigste Solarstrom-Anlage sein.
“Mit der Anlage in Brandis und Bennewitz zeigen wir, dass der Photovoltaik keine Grenzen mehr gesetzt sind. Bald kann jeder den Ausstieg aus der Atomenergie und der klimaschädlichen fossilen Stromversorgung selbst verwirklichen - einfach auf Solarenergie umsteigen”, betont Willenbacher. “Das macht unabhängig, sichert lokale Arbeitsplätze, schont die Umwelt und den Geldbeutel.”
Pro Jahr werden in dem Solarstrom-Kraftwerk rund 40 Million Kilowattstunden sauberer Strom erzeugt. ”Das ist deutlich mehr als in Brandis und Bennewitz verbraucht wird”, erläutert Willenbacher. Das Solarkraftwerk wird zudem jährlich rund 25.000 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) einsparen. Der in den Solarmodulen erzeugte Gleichstrom wird in Wechselrichtern umgewandelt und komplett in das Stromnetz eingespeist. Bereits nach einem Jahr wird das Solarkraftwerk zudem die Energie erzeugt haben, die für Herstellung und Montage der Anlage benötigt wird.
Auch dieser Weltrekord wird nicht lange halten. Denn in Spanien wird zur Zeit bereits eine 80 Megawatt-Photovoltaik-Anlage geplant.
Quelle: juwi GmbH
http://www.juwi.de/frame.htm
Potsdam, 02.02.2007
UN-Klimarat: Anstieg der Temperaturen "beispiellos"
Paris (dpa) - Bis zum Ende des Jahrhunderts droht der Erde eine "beispiellose" Klimaerwärmung um bis zu 6,4 Grad Celsius. Davor warnt der UN-Klimarat IPCC in seinem vierten, am Freitag in Paris vorgestellten Bericht.
Der UN-Klimarat stellt in Paris seinen neuen Bericht zum Ausmaß des Treibhauseffekts vor. Bereits die seit Jahren beobachtete Erwärmung des Klimasystems ist nach Angaben des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ohne Beispiel. Elf der vergangenen zwölf Jahre seien unter den zwölf wärmsten seit dem Beginn der Aufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts, heißt es in dem Report.
Verursacher des Klimawandels ist dem Bericht zufolge der Mensch, darin sind sich auch hochrangige deutsche Klimaexperten einig: "Der Bericht stellt ganz klar fest, dass der Mensch überwiegend an der globalen Erwärmung Schuld hat. Natürliche Faktoren spielen eine völlig untergeordnete Rolle", sagte der Potsdamer Forscher Stefan Rahmstorf, einer der Leitautoren des Reports, der dpa.
"Es gibt kaum noch Zweifel am menschengemachten Klimawandel", ergänzte der geschäftsführende Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg, Prof. Martin Claußen. Dies mache der Bericht "so deutlich wie nie zuvor". Der Klima-Chefberater der Bundesregierung, Hans Joachim Schellnhuber, erklärte: "Mit dem nun vorliegenden Bericht sollten letzte Zweifel ausgeräumt sein, dass wir Menschen es sind, die die Klimaschraube überdrehen."
Der unter anderem auf rund 400 Computersimulationen basierende Report präsentiert sechs Temperaturszenarien. Im besten Fall sei bis 2100 mit einer Erwärmung von 1,1 bis 2,9 Grad Celsius zu rechnen, im schlimmsten Fall mit 2,4 bis 6,4 Grad. Der Anstieg des Meeresspiegels beträgt bis 2100 im besten Szenario 18 bis 38 Zentimeter, im schlimmsten 26 bis 59 Zentimeter.
In den nächsten zwei Jahrzehnten steigt die Temperatur laut IPCC alle zehn Jahre um 0,2 Grad. Selbst wenn die Konzentration der Treibhausgase im Jahr 2000 auf dem damaligen Stand eingefroren worden wäre, wäre ein Temperaturzuwachs von 0,1 Grad Celsius pro Jahrzehnt zu erwarten, hieß es in Paris
Das Verständnis vom Einfluss des Menschen auf das Klima sei jetzt besser als je zuvor, erklären die rund 2500 IPCC-Experten. Mit einer "sehr hohen Sicherheit" hätten die Aktivitäten des Menschen seit 1750 zur Erwärmung der Erde geführt. Zwischen 1850 - dem Beginn der Aufzeichnungen - und dem Jahr 2005 sei die Temperatur um 0,76 Grad gestiegen.
Der inzwischen vierte IPCC-Bericht seit 1990 hält zudem fest, dass sich der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt. Von 1961 bis 2003 seien im Schnitt 1,8 Millimeter pro Jahr hinzugekommen. Zwischen den Jahren 1993 und 2003 stieg der Meeresspiegel dabei im Schnitt bereits um 3,1 Millimeter pro Jahr.
Die Klimaexperten der Vereinten Nationen beschreiben zahlreiche langfristige Veränderungen, etwa in den Windstrukturen. Zugenommen hätten extreme Wetterereignisse wie Dürren, schwere Niederschläge, Hitzwellen und die Intensität tropischer Zyklone.
Anhaltende Treibhausgas-Emissionen auf heutigem oder höherem Stand würden im globalen Klimasystem des 21. Jahrhunderts Veränderungen auslösen, "die sehr wahrscheinlich größer sein würden als die im 20. Jahrhundert beobachteten".
Der frühere Chef des UN-Umweltprogramms und ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer warnte in einem Interview des Westdeutschen Rundfunks: "Wer jetzt noch nicht wach ist, der muss sich fragen, was denn eigentlich passieren muss, damit man den Ernst der Lage erkennt."
Bundesverband Solarwirtschaft, 26.01.2007
Deutsche Solarfabriken weiter auf Wachstumskurs
BSW legt Bilanz vor
Die deutsche Solarstromindustrie ist weiter auf Wachstumskurs. Nach jüngsten Erhebungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft e. V. (BSW) verzeichneten die Produzenten von Solarstromanlagen und deren Komponenten im letzten Jahr zweistellige prozentuale Zuwachsraten. Auch für das Jahr 2007 erwartet der Verband eine deutliche Zunahme der Verkaufszahlen. Dazu werde insbesondere eine weitere Belebung des Exportgeschäfts beitragen. Insgesamt sind nach BSW-Angaben in der deutschen Solarbranche inzwischen rund 50.000 Menschen beschäftigt. Allein die Photovoltaikbranche setze im letzten Jahr rund 3,8 Milliarden Euro um.
Nach der jüngsten BSW-Statistik wurden 2006 in Deutschland rund 50 Prozent mehr Solarzellen produziert als im Vorjahr. Im letzten Jahr verließen Solarzellen mit einer Leistung von rund 500 Megawattpeak (MWp) die Produktionsbänder der zehn deutschen Solarzellen-Produzenten. Dazu BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig: “Die Solarindustrie hat sich auf eine deutlich gestiegene Nachfrage eingestellt. Unseren Technologievorsprung werden wir jetzt verstärkt in Exporterfolge umsetzen können.” Voraussetzung dafür sind wachsende Auslandsmärkte: Nach einer aktuellen Einschätzung des Schweizer Bankhaus Bank Sarasin & Cie AG wird der globale Solarstrommarkt bis 2020 jährlich um über 20 Prozent wachsen.
Unverzichtbarer Katalysator für Technologieführerschaft und Markterfolge der deutschen Photovoltaikbranche ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es sichert Betreibern von Photovoltaikanlagen die vorrangige und kostendeckende Abnahme von Solarstrom. Der erfolgreiche Marktöffner wird inzwischen von immer mehr Ländern der Erde kopiert. 2004 löste die letzte Gesetzesnovelle in Deutschland einen Nachfrageschub aus, der die Milliardeninvestitionen in modernste Produktionstechnik am Standort Deutschland erst möglich machte. (vgl. redaktionellen Hinweis “Standortkarte").
Auch jüngste Zahlen des Verbandes der Netzbetreiber (VdN) belegen, wie effektiv das EEG Erneuerbaren Energien zum Marktdurchbruch verhilft. Ein turnusmäßiger Datenabgleich veranlasste den BSW zum Jahreswechsel, seine Markteinschätzung für die Jahre 2004 und 2005 rückwirkend anzuheben. So wuchs der Photovoltaik-Binnenmarkt nach aktualisierten BSW-Angaben 2004 auf rund 600 MWp und 2005 auf rund 750 MWp. Insgesamt wurden nach VdN-Angaben im letzten Jahr rund zwei Terawattstunden Solarstrom in Deutschland produziert. Der BSW fordert seit einiger Zeit von der Bundesregierung die Installation eines Solaranlagenregisters, um zeitnah Einblicke in die Marktentwicklung zu erlangen und daraus wichtige Vertriebsinformationen ableiten zu können.
Redaktioneller Hinweis: vgl. Infografik zu wichtigsten Produktionsstandorten deutscher
PV-Fabriken unter www.solarwirtschaft.de/pressegrafiken
Europaweite Ausschreibung gewonnen: Bundesumweltministerium wechselt zu LichtBlick
Berlin, den 26. November 2006
LichtBlick hat den Zuschlag in der europaweiten Strom-Ausschreibung des Bundesumweltministeriums erhalten. Damit werden das Bundesumwelt- ministerium in Berlin, das Umweltbundesamt in Dessau, das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter und weitere dem Ministerium unterstellte Dienststellen für drei Jahre umweltfreundlich erzeugten Strom von LichtBlick beziehen. LichtBlick hat sich damit als der ökonomisch günstigste und ökologisch beste Anbieter durchgesetzt. In der Ausschreibung musste ein Preis-Leistungs-Verhältnis aus wettbewerbsfähigem Strompreis und maximaler Minderung an klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen angeboten werden.
„Mit dem Zuschlag unterstreichen wir unsere nachhaltige und zukunftsfähige Positionierung im Strommarkt. Kein anderer Anbieter war in der Lage, hochwertig ökologisch erzeugten Strom derart günstig anzubieten wie LichtBlick“, so Heiko von Tschischwitz, Geschäftsführer des größten unabhängigen Stromversorgers in Deutschland.
Die Ausschreibung des Bundesumweltministeriums wurde als Musterausschreibung konzipiert und soll zukünftig als Vorlage für andere Liegenschaften dienen, die beim Strombezug auf die Kombination von Ökologie und Ökonomie setzen wollen. „Wir hoffen, dass die vom Bundesumweltministerium erarbeiteten Ausschreibungsunterlagen zukünftig vermehrt auch bei anderen Ausschreibungen zu Grunde gelegt werden. Denn nur eine Kombination aus wettbewerbsfähigem Preis und umweltfreundlicher Erzeugungsqualität wird den gesellschaftlichen Anforderungen der Zukunft gerecht.“, so von Tschischwitz.
Die vom Bundesumweltministerium ausgeschriebene Gesamtenergiemenge liegt bei rund 40 Millionen Kilowattstunden. Das entspricht dem Verbrauch von rund 14.000 Haushalten. Die Versorgung beginnt zum 1. Januar 2007 und endet am 31. Dezember 2009.
LichtBlick versorgt bundesweit 220.000 Privathaushalte und neben Referenzkunden wie dem jetzt gewonnen Bundesumweltministerium auch eine Vielzahl von weiteren Sondervertragskunden wie z.B. Panasonic, die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ), die AOK Westfalen-Lippe und die Universität Bremen. Im Rahmen der Kampagne Atomausstieg-selber-machen.de empfehlen auch alle führenden Umweltverbände Deutschlands den Wechsel zu LichtBlick. Stiftung Warentest urteilte über das Angebot von LichtBlick: „aus Umweltsicht besonders empfehlenswert und zudem besonders preiswert.“ LichtBlick-Geschäftsführer Heiko von Tschischwitz wurde diese Woche von Capital und WWF zum Ökomanager des Jahres 2006 gekürt.
Rückfragen bitte an: Gero Lücking Leiter Unternehmenskommunikation LichtBlick – die Zukunft der Energie GmbH & Co. KG Tel.: 040 / 63 60 – 12 01 oder Mobil: 0173 / 24 12 840 luecking@lichtblick.de www.lichtblick.de
PNN vom 30.12.2006
Was war wichtig im Jahr 2006 in Werder – Havelland: Tops und Flops
Prominenz für Sonnenstrom
28. Oktober: In Caputh geht eine Bürgersolaranlage auf dem Fach des Seniorenzentrums in Betrieb. Von dem Geschäftsmodell haben sich auch prominente Caputher wie die Ruderweltmeisterin Kathrin Boron und die beiden Grimme-Preisträger, Tatort-Regisseur Thomas Freundner und sein „Kommissar“, Jörg Schüttauf, überzeugen lassen. In Beelitz geht im Dezember sogar die zweite Bürger-Solaranlage in Betrieb. Die Firma Fenotec hat ihre Werkshalle im Gewerbegebiet extra so gebaut, dass die Solarpanelen auf dem Dach Platz finden.
Neue Dimension für erneuerbare Energien
16.12.2006 - Eine "neue Dimension für erneuerbare Energien" jubelt der Bundesverband erneuerbare Energien. Ursache des Jubels ist in der Tat eine Innovation aus Baden-Württemberg.
Künftig soll im deutschen Südwesten einen Neubau nur errichten dürfen, wer erneuerbare Energien von vornherein einbaut. Damit ist Baden-Württemberg das erste Bundesland mit "eingebautem Klimaschutz" wie der CDU-Fraktionschef Stefan Mappus bekannt gab. Schon im nächsten Sommer soll die Vorschrift im Baurecht verankert werden.
Spanien hatte es vor gemacht. Schon vor acht Jahren war Barcelona die erste Stadt, in der ein Neubau nur noch mit integrierter Solartechnik genehmigt wurde. Inzwischen ist das gute Vorbild der Stadtwerke Barcelona spanienweit Vorschrift.
Nun folgt Baden-Württemberg und hoffentlich bald alle deutschen Bundesländer. Bauherren in Baden-Württemberg sollen wählen können, ob sie Solarzellen, Erdwärme oder Holzpellets einsetzen. Hauptsache erneuerbare Energien. Wer baut, hat die Wahlfreiheit. Jetzt gilt: Bürger, zu Sonne - zur Freiheit. Macht euch weitgehendst energieautark von Ölscheichs, von der Atomlobby und von Gasbaronen.
Fünf Millionen Euro will Baden-Württemberg zusätzlich zur Förderung der erneuerbaren Energien zur Verfügung stellen. Sicher ein bescheidener Beitrag, aber die neue Bauvorschrift kann Wunder wirken. Sie ist schlicht vernünftig - auch ökonomisch, denn die alte Energie wird immer teurer und erneuerbare Energien immer preiswerter.
Quelle: Franz Alt 2006
Erneuerbare Energien liegen im Trend – Die solare Zukunft hat längst begonnen.
Eine Antwort auf den Leserbrief „Die andere Seite der Medaille“.
In ihrem Leserbrief im Havelboten unter dem Titel „Die andere Seite der Medaille“ begründet Frau Geisler, warum die Bürger-Solaranlage in Caputh nur mit Einschränkung eine gute Sache sei. Sie behauptet, dass die Solartechnik in Deutschland längst noch nicht marktreif sei und die bestehenden Anlagen nur wegen der über dem Strompreis für Haushalte liegenden Einspeisevergütung installiert würden. Die Kosten der Vergütung würden über einen erhöhten und weiter steigenden Strompreis von den öffentlichen Stromerzeugern an alle Stromkunden weitergegeben. Somit sei die Bürger-Solaranlage ein preistreibender Kostenfaktor für den Strompreis. Schuld an den sich verteuernden Energiekosten seien damit auch die Gesellschafter der Bürger-Solaranlage in Caputh, die sich außerdem mit ihrer Anlage eine „goldene Nase“ verdienen würden. Das allein reiche aus, um von weiteren Investitionen in eine umweltschonende Technologie abzuraten.
Ihre Argumente stützen sich auf falsche Zusammenhänge und fehlende Fakten. Sie bedient dabei die üblichen Vorurteile derjenigen, die den weiteren Ausbau von Kohle- und Kernkraftwerken fordern und sich nicht mit Fragen einer zukunftorientierten umweltschonenden Energiepolitik beschäftigen wollen, solange der Strom nur aus ihrer heimischen Steckdose fließt.
Unstrittig ist: Der weltweit steigende Energiebedarf, die schwindenden Vorräte fossiler Energieträger und als Folge dessen eine Verdoppelung des Ölpreises in den vergangenen Jahren beschleunigen in ihren Auswirkungen die Klimakatastrophe. Deshalb streben alle europäischen Länder danach, den Ausbau erneuerbarer Energie zu beschleunigen. In Deutschland soll bis zum Jahr 2050 der gesamte Primärenergieverbrauch zu 50 Prozent aus erneuerbaren Energien erfolgen. Wird dieses Ziel erreicht - und wir sind dazu auf einem guten Weg – reduzieren sich die schädlichen Klimagase durch die Verbrennung fossiler Energieträger erheblich.
Diese Ziele unterstützt auch die Solarbranche, indem sie immer effizientere und zunehmend preiswertere Solarmodule entwickelt: Der Absatz von Solarzellen ist während der letzten zehn Jahre durchschnittlich um über 35 Prozent pro Jahr gewachsen. Allein in Deutschland arbeiteten im Jahr 2005 etwa 45.000 Menschen in Unternehmen der Solarindustrie – Tendenz weiter steigend. Die solare Zukunft hat also schon längst begonnen.
Bei der Neuinstallation von Solartechnik ist Deutschland Marktführer. Marktführer auf dem Weltmarkt kann nur sein, wer marktreife Produkte anbietet. Deshalb irrt Frau Geisler: Die Solartechnik ist seit Jahren marktreif und dazu ein Exportschlager! Wie sonst ist zu verstehen, dass in Frankfurt (Oder) zur Zeit enorme Investitionen in den Aufbau weiterer Produktionsstätten für Solarzellen getätigt wurden? Die Solartechnik ist derzeit wohl der stärkste Jobmotor. Dank Solartechnik werden in dieser strukturschwachen Region mehr als tausend neue Arbeitsplätze entstehen. Solartechnik hat damit auch einen bedeutenden arbeitsmarktpolitischen Effekt. Davon kann die herkömmliche Energietechnologie nur träumen.
Die Ursache steigender Strompreise ist nicht – wie von Frau Geisler behauptet – die Einspeisevergütung für Solaranlagen. Entscheidend für die Preiserhöhung im Stromsektor sind vielmehr die steigenden Rohstoffkosten (Gas, Öl, Kohle usw.). Sie allein rechtfertigen allerdings nicht die teilweise sehr hohen Preissteigerungen für Haushaltsstrom in jüngster Zeit. Da nur wenige große Stromanbieter den Energiemarkt beherrschen, konnten leider weitaus höhere Strompreise auf die Verbraucher abgewälzt werden als dies durch die Rohstoffkosten gerechtfertigt ist. Die EU-Kommission hat ermittelt, dass im Preis von 18 Cent für 1 KW Haushaltsstrom lediglich ein Anteil von ca. 0,01 Cent für die Energieeinspeisevergütung von Solaranlagen enthalten ist. Das ist weniger als 0,06 Prozent des Strompreises. Die Solaranlagen als Strompreistreiber? Dieses Argument ist wohl kaum aufrecht zu erhalten.
Wenn Frau Geisler den Strompreis von derzeit 18 Cent pro KW mit dem wesentlich höheren Strom-Abgabepreis von Solaranlagen vergleicht, der derzeit bei fast 52 Cent liegt, so verschweigt sie dem Leser, dass die 18 Cent alles andere als der wirkliche Marktpreis sind. Er wird vielmehr durch steuerliche Subventionen (Kohleverstromung) aus dem Bundeshaushalt mit jährlich etwa 270 Mrd. Euro künstlich niedrig gehalten. Würde der Gesetzgeber diese Subvention streichen, lägen die Kosten für den Haushaltsstrom in der Nähe der Einspeisevergütung für Solaranlagen. Frau Geisler irrt auch hier, wenn sie auf die günstigeren Stromkosten aus Kohle- und Atomkraftwerken hinweist. Sie vergleicht schlicht Äpfel mit Birnen.
Bei der Betrachtung der Vor- und Nachteile unterschiedlicher Energieerzeugungsanlagen wird in ihrem Beitrag außerdem verschwiegen, dass moderne Kohlekraftwerke bei der Energieumwandlung im besten Fall etwa 50 Prozent der Energie in Strom umwandeln können. Der Rest verpufft. Auf dem Weg zum Stromkunden entstehen zusätzlich erhebliche Leitungsverluste, so dass bestenfalls etwa 30 Prozent der erzeugten Energie im Haushalt ankommen. Außerdem: Gingen die Kosten für die (unsichere) Entsorgung und Endlagerung von abgebrannten Brennstoffstäben und des Abrisses alter Kernkraftwerke auch in den derzeitigen Strompreis ein, so wäre Atomstrom heute praktisch unbezahlbar. Sieht man einmal davon ab, dass die möglichen Folgekosten für die Bevölkerung bei einen Supergau wie in Tschernobyl bei Kernkraftbetreibern in keiner Bilanz stehen.
Eine Solaranlage hat den unschlagbaren Vorteil, dass der Rohstoff Sonne keinen Cent kostet. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Jahr 2006 befürworten etwa 85 Prozent der Deutschen den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien einschließlich Solarenergie.
Nebenbei: Völlig absurd ist wohl die Behauptung von Frau Geisler, es gäbe keinen guten deutschen Rotwein. Eine Liste international ausgezeichneter deutscher Rotweine händigt jeder gut sortierte Weinlieferant aus.
Zum Schluss noch ein Wort zur wirtschaftlichen Seite unserer Solaranlage. Wer Zahlen über die Ertragslage der ersten Bürger-Solaranlage in Beelitz kennt, der weiß, dass sich die Gesellschafteranteile (je nach Sonnenintensität pro Jahr) lediglich von drei bis sechs Prozent über die staatlich garantierte Einspeisevergütung verzinsen. Wenn sich die Nutzer einer Solaranlage tatsächlich eine „goldene Nase“ damit verdienen könnten, gäbe es in Deutschland ganz sicher flächendeckend nur Solardächer statt überwiegend nackte Dachziegel. Nach wie vor ist es vielmehr das Engagement umweltbewusster Menschen in Caputh und Umgebung, die beispielgebend solche Anlagen einrichten und dabei auch an die Zukunft unserer Kinder denken.
Wir werden deshalb weiterhin mit unseren guten Argumenten für die geplante zweite Bürger-Solaranlage auf dem zweiten Dach des Seniorenzentrums in Caputh werben.
Hans-Joachim Kursawa Stellv. Geschäftsführer der Sonnenstrom GbR - Bürger-Solaranlage in Caputh
PNN vom 02.12.2006
Anthrazit mit Nadelstreifen
Nikolaus Meyer hat mit Glück und Schwefel neuartige Solarmodule erfunden
Die wohl elegantesten Solarzellen die derzeit zu haben sind, stammen aus dem Hause Sulfurcell. Und sie sind nicht nur schön und einzigartig sondern auch noch günstig zu haben. Als weltweit erstes Unternehmen stellt das Berliner Unternehmen Sulfurcell Dünnschicht-Solarmodule aus der Halbleiterverbindung Kupfer-Indium-Sulfid (CIS) her. “Statt in jede Solarzelle einen Silizium-Wafer einzubauen, bringen wir auf Glasscheiben eine nur wenige tausendstel Millimeter dünne Halbleiterschicht auf, die genauso viel Sonnenlicht absorbiert. Damit sparen wir 99 Prozent Material, die Hälfte der Energie und ein Drittel der Produktionsschritte”, sagt Nikolaus Meyer. Es gibt eine Reihe von Produzenten von Dünnschichtsolarmodulen in der Region, doch keiner setzt auf Schwefel als Grundstoff.
Mit diesen Solarzellen will das Unternehmen maßgeblich dazu beitragen, Solarenergie rentabel zu machen. “Wir wollen Solarmodule um 30 Prozent günstiger produzieren als es heute möglich ist”, sagt Geschäftsführer Nikolaus Meyer. Derzeit läuft noch die Pilotproduktion der Module. 3000 Scheiben der neuartigen Solarzellen verließen in diesem Jahr die Fabrik in Adlershof. “Wir haben in der Pilotproduktion viel Erfahrungen machen können. Jetzt kommen die Herausforderungen der Überführung in die Massenproduktion”, sagt Meyer, der zu den Gewinnern des Innovationspreises Berlin / Brandenburg 2006 gehört. In der Technologie steckten erhebliche Kostenreduktionspotenziale, die allerdings erst bei der Fertigung in großen Stückzahlen zum Tragen kommen. Bis 2009 soll es so weit sein. Die Fabrikation der Module funktioniert ähnlich wie die Veredelung von Architekturglas, das häufig mit verschiedenen wärmedämmenden oder UV-filternden Materialien bedampft wird. “Damit greifen wir auf eine bewährte Technologie zurück”, sagt der Geschäftsführer.
“Anthrazit mit Nadelstreifen”, beschreibt Nikolaus Meyer das Aussehen der neuen Solarzellen. Also beinahe schwarze Flächen mit hellen Leitungsbahnen. Sie können in Fassaden oder Dächer integriert werden. Der erste Nachbar in Adlershof hat sich bereits für das Produkt aus dem Hause Sulfurcell entschieden. Das Ferdinand-Braun-Institut für Hochfrequenztechnik verkleidet seine Fassade derzeit mit den Solarmodulen von Sulfurcell. olk
Havelbote vom 08.11.2006
„Möge doch nun immer kräftig die Sonne über Caputh scheinen“
Caputh. Viele Interessierte, allerdings wenig alteingesessene Caputher, kamen am vergangenen Sonnabendnachmittag in die Caputher Seestraße. Drei Tage montierten dort auf dem Dach des Seniorenzentrums Mitarbeiter von SunTechnics 50 Hochleistungssolarmodule. Nun war der erste Teil der Bürgersolaranlage fertig. Der ehrenamtliche Geschäftsführer der vor fünf Monaten gegründeten Sonnenstrom GbR Caputh, Jörg-Uwe Fischer, sowie die Kinder Frizzi, Fe und Fanny des Mitgesellschafters Thomas Freundner und Robert Köppel setzten die Anlage mit einem kräftigen Händedruck auf den ominösen roten Schalter in Betrieb. Sie soll im Jahr Sonnenlicht in rund 9000 Kilowattstunden Strom umwandeln. Diese Energie wird über zwei Wechselrichter in das Netz gespeist. Fischer ist sich sicher, dass diese Leistung erreicht wird, „weil die Hochleistungsmodule auf dem Dach des Seniorenzentrums die Sonneneinstrahlung optimal ausnutzen können“.

Die Caputher Gesellschaft bürgerlichen Rechts rechnet mit der staatlich garantierten Einspeisevergütung über 20 Jahre hinweg von rund 0,82 Euro je eingespeister Kilowattstunde. Das sind jährlich etwa 4700 Euro „auf die Hand“. Die Anlage kostete insgesamt 60000 Euro. Die 45 Gesellschafter mit ihren Einlagen zwischen 500 und 5000 Euro ermöglichten die Investition. Die jetzige installierte Solaranlage, deren Montage auf dem Dach des Seniorenzentrums das Gesundheitszentrum Teltow als Verwalter ermöglichte, liefert Strom für drei normale Haushalte.
Offenbar steht der wirtschaftlicher Charakter dieser Bürger-Solaranlage erst an zweiter Stelle. „Sonnenstrom ist abgasfrei und deshalb besonders umweltfreundlich.“ Darüber sind sich die Betreiber und Gesellschafter einig. Weil Computer ausrechneten, dass die am vergangenen Sonnabend ans Netz gegangene Solaranlage im Vergleich zu herkömmlichen Energiequellen wie Öl oder Kohle rund acht Tonnen Kohlendioxydausstoß im Jahr erspart, zeichnete der Landkreis Potsdam-Mittelmark die Sonnenstrom GbR im August mit dem Agenda-21-Preis für nachhaltige und soziale Entwicklung in der Region erst einmal vorab aus. Das sollte ein Zeichen für andere sein, ebenfalls einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Caputher Sonnenstrom GbR beabsichtigt, bereits im nächsten Jahr ein weiteres Dach des Seniorenzentrums mit einer Solaranlage zu bestücken.
„Es ist heute für mich ein ganz bewegendes Moment“, stellte der Filmschaffende Freundner fest, „zu sehen, wie viel vernünftige Menschen in Caputh wohnen und sich für diese Energie engagieren.“ Dazu gehört u. a. Familie Günter Ulm, die schon seit 2002 „eine halb so große Anlage wie diese“, wie sie erläutert, auf dem Dach ihres Hauses haben. Ihr Haushalt ist völlig auf Elektroenergie eingestellt. „Die Sache hat einen kleinen Haken“, meint Günter Ulm. „Im Sommer haben wir Strom im Überfluss, der ins Netz gespeist wird, uns aber im Winter, wenn geheizt werden muss, fehlt.“ Er hofft, dass es eines Tages wirtschaftliche Speicher für den Ausgleich gibt.
Text und Foto Wolfgang Post, Caputh
PNN vom 30.10.2006
Startschuss für Sonnenernte
Bürgersolaranlage Caputh am Netz / 46 Gesellschafter feierten Einweihung
Schwielowsee · Caputh - Die Caputher haben jetzt einen Grund mehr, sich über Sonnenschein zu freuen: Die Bürgersolaranlage auf dem Dach des Seniorenzentrums ist am Sonnabend mit einem symbolischen Knopfdruck in Betrieb gegangen. Für die nächsten 20 Jahre wird von hier aus Strom in das Netz der eon-edis eingespeist – jährlich über 9 000 Kilowattstunden, was dem Verbrauch von drei Haushalten entspricht. Das bedeutet nicht nur Umweltschutz, sondern auch bares Geld für die 46 Gesellschafter.
Nur fünf Monate waren von der Idee bis zu ihrer Umsetzung vergangen – ein rasantes Tempo, wie Jörg-Uwe Fischer, ehrenamtlicher Geschäftsführer der noch jungen Caputher Sonnenstrom-Gesellschaft, bemerkte. Bereits vor ihrer Inbetriebnahme hat die Bürgersolaranlage den Agenda 21-Preis des Landkreises gewonnen. Trotzdem: Dass sich so viele Caputher beteiligen, habe man sich damals nicht vorstellen können, gestand Mitinitiator Hans-Joachim Kursawa. Am Sonnabend hatte noch eine weitere Bürgerin unterschrieben und für 500 Euro einen Anteil erworben. Die Kosten für den Bau sind damit zu hundert Prozent aus den Beiträgen der Gesellschafter gedeckt.
Die Suche nach einem geeigneten Dach hatte sich anfangs recht schwierig gestaltet. Erst die Anfrage bei der „Gesundheitszentrum Teltow GmbH“, dem Träger des Seniorenzentrums, brachte im Juni die erhoffte Zusage und einen Impuls. „Da hatten wir gesagt: wir schaffen es noch in diesem Jahr“, erinnerte sich Mitbegründerin Anne-Marie Ladner.
Für GZG-Geschäftsführerin Ute Juul sei Umweltschutz eine Selbstverständlichkeit, deshalb stelle man das Dach kostenlos zur Verfügung. Interessiert hätten die Bewohner des Seniorenzentrums die Entwicklung verfolgt. „Der Zähler vor dem Haus wird auch für sie ein regelmäßiger Anlaufpunkt sein“, sagte sie.
Der hiesige Energieversorger eon-edis ist gesetzlich verpflichtet, den in Caputh produzierten Strom abzunehmen. Die Einspeisevergütung, so wird hier gerechnet, werde jährlich 4 700 Euro betragen, die dann auf einem Konto verzinst werden. Von dem Geschäftsmodell haben sich auch prominente Caputher wie Ruderweltmeisterin Kathrin Boron und die beiden Grimmepreis-Träger, Tatort-Regisseur Thomas Freundner und sein „Kommissar“, Jörg Schüttauf, überzeugen lassen. Zu den Gesellschaftern gehört darüber hinaus die Michendorfer Landtagsabgeordnete Susanne Melior.
Im Vordergrund steht aber der Umweltschutz – und so das Vermächtnis an die nächste Generation. „Wir wollen damit vor allem etwas für unsere Kinder tun und hoffen, dass dieses Beispiel Schule macht“, so Regisseur Freundner, der auch auf seinem eigenen Hausdach eine Solaranlage hat. So waren es die Kinder der Gesellschafter, die am Sonnabend den großen roten Knopf drücken durften.
Von Bürgern finanzierte Solaranlagen gibt es bereits in Teltow, Falkensee und in Beelitz. In Potsdam und Kleinmachnow sind weitere geplant. Laut Andreas Muntinga von der Berliner Firma SunTechnics – sie hatte die Caputher Anlage gebaut – sei die Nachfrage immens, auch bei Privathaushalten. Schließlich gebe es nicht nur die Abnahmegarantie, sondern auch günstige Kredite. „Und nach zehn Jahren hat man die Kosten wieder gewonnen.“
In Caputh will man weitere Gesellschafter gewinnen, „eine Erweiterung der Anlage ist jederzeit möglich“, so Anne-Marie Ladner. Sie hoffe auf einen „Aha-Effekt“ bei Bürgern, die bislang zwar mit dem Gedanken einer Teilhabe gespielt haben, sich aber noch nicht trauten. Thomas Lähns
MAZ vom 30.10.2006
Aus Sonnenlicht wird Strom
Caputher Bürger-Solaranlage in Betrieb
CAPUTH - Viele Interessierte, jedoch wenig alteingesessene Caputher, kamen am Sonnabend in die Seestraße. Drei Tage lang hatten dort auf dem Dach des Seniorenzentrums Mitarbeiter von SunTechnics 50 Hochleistungs- solarmodule montiert. Nun ist der erste Teil der Bürger-Solaranlage fertig. Der ehrenamtliche Geschäftsführer der vor fünf Monaten gegründeten Sonnenstrom GbR Caputh, Jörg-Uwe Fischer, sowie die Kinder Frizzi, Fe und Fanny des Mitgesellschafters Thomas Freundner und Robert Köppel setzten die Anlage mit einem kräftigen Händedruck auf den roten Schalter in Betrieb. Sie soll Sonnenlicht in jährlich rund 9000 Kilowattstunden Strom umwandeln. Fischer ist sich sicher, dass diese Leistung erreicht wird, "weil die Hochleistungsmodule auf dem Dach des Seniorenzentrums die Sonneneinstrahlung optimal ausnutzen können".
Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts rechnet mit der staatlich garantierten Einspeisevergütung von 0,52 Euro je eingespeister Kilowattstunde - über 20 Jahre hinweg. Das sind jährlich etwa 4700 Euro "auf die Hand". Die Anlage kostete 60 000 Euro. Ermöglicht wurde die Investition durch die 45 Gesellschafter mit ihren Einlagen zwischen 500 und 5000 Euro. Die installierte Solaranlage liefert Strom für drei normale Haushalte.
Offenbar steht der wirtschaftliche Charakter dieser Bürger-Solaranlage erst an zweiter Stelle. "Sonnenstrom ist abgasfrei und deshalb besonders umweltfreundlich." Darüber sind sich die Betreiber und Gesellschafter einig. Weil Computer ausrechneten, dass die am Sonnabend ans Netz gegangene Anlage im Vergleich zu herkömmlichen Energiequellen wie Öl oder Kohle rund acht Tonnen Kohlendioxydausstoß im Jahr erspart, zeichnete der Landkreis Potsdam-Mittelmark die Sonnenstrom GbR im August mit dem Agenda-21-Preis für nachhaltige und soziale Entwicklung in der Region aus. Ein Zeichen für andere, ebenfalls einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Caputher GbR beabsichtigt, bereits im nächsten Jahr ein weiteres Dach des Seniorenzentrums mit einer Solaranlage zu bestücken.
"Es ist heute für mich ein ganz bewegendes Moment", stellte der Filmschaffende Freundner fest, "zu sehen, wie viel vernünftige Menschen in Caputh wohnen und sich für diese Energie engagieren." Dazu gehört unter anderem auch Familie Ulm, die schon seit 2002 "eine halb so große Anlage wie diese" auf dem Dach ihres Hauses habe. Ihr Haushalt sei völlig auf Elektroenergie eingestellt. "Die Sache hat einen kleinen Haken", meint Günter Ulm. "Im Sommer haben wir Strom im Überfluss, der ins Netz gespeist wird, und der uns aber im Winter, wenn geheizt werden muss, fehlt." Er hofft, dass es eines Tages wirtschaftliche Speicher gibt. F.W.
PNN vom 25.10.2006
Strom von der Sonne voll im Trend
Neue Bürgersolaranlagen in Potsdam-Mittelmark
Beelitz / Caputh - Das Konzept der Bürger-Solaranlagen findet immer mehr Freunde in Potsdam-Mittelmark. So ist in Beelitz jetzt bereits die zweite Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zur Sonnenstromerzeugung gegründet worden. In Caputh geht die erste Solaranlage am kommenden Samstag ans Netz.
In Beelitz war bereits im November 2004 die erste Bürgersolaranlage Brandenburgs auf dem Dach der Oberschule in Betrieb gegangen. 53 Gesellschafter haben sich an der Investition beteiligt. 13 von ihnen kamen aus der Stadt Beelitz. Die Gesellschafter nahmen für das Jahr 2005 laut Initiatorin Elke Seidel eine Rendite von sechs Prozent des eingesetzten Kapitals in Empfang. Nach diesem Erfolg wurde nun von zehn Gesellschaftern die zweite GbR gegründet. Geschäftsführer ist Axel Steffen, als seine Stellvertreterin fungiert Elke Seidel. Ziel ist es, die Anlage noch in diesem Jahr ans Netz zu bringen. Weitere Informationen dazu gibt es unter der Telefonnummer (033204) 34703.
Die erste Caputher Bürgersolaranlage mit einer Gesamtspitzenleistung von 10,5 Kilowattstunden wurde auf dem Dach des Seniorenzentrums in der Seestraße 1 installiert. Am kommenden Samstag wird sie um 16 Uhr eingeweiht. Betreiber ist die Caputher Solarstrom GbR, die Mitte dieses Jahres von 45 Bürgern aus Caputh und Umgebung, aber auch aus Berlin und München gegründet wurde.ldg
PNN vom 02.08.2006
Agendapreis für Caputher Solar-Freunde
Schwielowsee · Caputh - Aus dem Wettbewerb Agenda-21 des Landkreises ging das Konzept der Bürger-Solaranlage in Caputh als Preisträger hervor. Mit einem zweiten Preis und einem Preisgeld von 500 Euro zeichnete die Jury die Idee aus, auf einem Dach des Seniorenzentrums eine Bürger-Solaranlage zu errichten (PNN berichteten). „Wir sind stolz auf diesen Preis des Landkreises, der unsere bisherige Arbeit zu würdigen weiß“, so Jörg-Uwe Fischer, Geschäftsführer der Caputher Sonnenstrom GbR. „Mit dieser Anerkennung haben wir bewiesen, dass sich ökologisches, bürgernahes und soziales Engagement in unserer Gemeinde lohnt“, meint Mitinitiatorin Heide-Marie Ladner. „Spätestens jetzt können wir davon ausgehen, dass wir im Spätsommer den Startknopf drücken. Dieser Preis ist ein zusätzlicher Imagegewinn für Caputh, weil das Projekt Bürger-Solaranlage nun in der ersten Reihe innovativer Projekte im Landkreis steht“, so Thomas Freundner, einer der Mitgesellschafter.
Die Nutzung von Photovoltaik-Anlagen schaffe auch neue Arbeitsplätze, heißt es in einer Pressemitteilung der Caputher Solarstromfreunde: 2005 lag die Zahl der in der Solarbranche Beschäftigten bereits bei 10 500. wh
Havelbote vom 24.07.2006
Bürger-Solar-Projekt in Caputh mit hohem Zuspruch
Bereits über 60 Prozent des Kaufpreises der Anlage sind gesichert
Mit großer Freude haben die Gründungsgesellschafter der „Sonnenstrom GbR – Bürger-Solaranlage in Caputh“ festgestellt, dass das Projekt sich ständig steigender Beliebtheit erfreut: Innerhalb von nur zwei Monaten und trotz Sommerpause haben inzwischen 23 Gesellschafter einen Gesamtbetrag von etwas über 30.000 Euro verbindlich gezeichnet. Damit sind bereits etwas mehr als 60 Prozent der Eigenmittel für den Kauf der Anlage aufgebracht worden. Weitere Interessenten nicht nur aus Caputh, sondern auch aus Potsdam, Berlin und aus anderen Bundesländern haben angekündigt, sich in den nächsten Tagen für eine Beteiligung zu entscheiden.
Damit hat jeder Gesellschafter bisher durchschnittlich etwas über 1.300 Euro Startkapital aufgebracht. Darunter gibt es mehrere Beteiligungen von 5.000 Euro, die kürzlich innerhalb eines Tages den Geschäftsführer der Sonnenstrom GbR erreichten.
„Wenn sich der Zuspruch für dieses Projekt weiter so rasant wie bisher entwickelt, dann kann die Gesellschafterversammlung schon bald die Anlage bestellen“, ist der Caputher Geschäftsführer der Sonnenstrom GbR, Jörg-Uwe Fischer optimistisch, der seit Ende Juni als Bankfachmann die Geschäfte der Solaranlage für die Gesellschaft verantwortlich führt. Spätestens im Herbst 2006 soll die Anlage Energie in das öffentliche Stromnetz liefern.
Erfreulich ist auch, dass sich zusätzlich eine Gruppe von Bürgern aus Bergholz-Rehbrücke für ein finanzielles Engagement in der Caputher Bürger-Solaranlage ausgesprochen hat und intensiv Beteiligungen einsammelt.
Noch sind weitere Mitgesellschafter mit einer Beteiligungssumme von 500 bis 10.000 Euro herzlich willkommen.
In Kürze wird die „Sonnenstrom GbR – Bürger-Solaranlage in Caputh“ ihre eigene Internet-Präsentation freischalten. So können Interessierte jederzeit aktuelle Informationen aus der Gesellschaft und zu Solaranlagen-Anbietern für die Errichtung von eigenen Solaranlagen auf dem Dach ihres Hauses abfragen.
Unterstützer und Förderer des Projekts sind: Ute Juul, Geschäftsführerin des Gesundheitszentrums Teltow gGmbH, Kathrin Boron, mehrfache Ruderweltmeisterin und Olympiasiegerin, Caputh, Jörg Schüttauf, Schauspieler und Grimme-Preisträger sowie Thomas Freundner, Drehbuchautor und Grimme-Preisträger.
Interessenten können weitere Informationen zum Projekt „Bürger-Solaranlage in Caputh“ telefonisch unter 0173-6640153 oder 0177-2131175 und per email unter: sonnenstrom-caputh@email. de anfordern.
PNN vom 19.06.2006
Prominenz für Sonnenstrom
Kathrin Boron, Jörg Schüttauf und Thomas Freundner sind Gesellschafter der Caputher Bürgersolaranlage
Schwielowsee · Caputh - Strom muss nicht von Konzernen kommen, er kann auch vor Ort gewonnen werden – das ist eine Erkenntnis, die Thomas Freundner gern seinen Kindern vermitteln möchte. Schon längst hat der in Caputh lebende Drehbuchautor und Tatort-Regisseur eine Solaranlage auf dem eigenen Hausdach. Bei seinen Nachbarn habe er damit die Neugierde geweckt, aber alle Schwielowseer dafür zu begeistern sei schwer.
Spätestens ab Oktober soll sich das ändern: Dann wird in Caputh die Bürger-Solaranlage auf dem Dach des Seniorenzentrums den Betrieb aufnehmen. Am Tag der deutschen Einheit soll der symbolische rote Knopf gedrückt werden. Am Donnerstagabend trafen sich die ersten Anteilseigner zur Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Zusammen bringen sie eine Einlage von 16 000 Euro auf, womit bereits über ein Viertel der Kosten zum Bau der Anlage gedeckt sind. „Dieses Ergebnis hat unsere Erwartungen weit übertroffen“, so Mitinitiatorin Heide-Marie Ladner. Sie setzt darauf, dass sich in den kommenden Monaten weitere Mitstreiter finden.
Dabei gibt es bereits sehr prominente Unterstützer: Neben Thomas Freundner sind auch Schauspieler Jörg Schüttauf sowie die mehrfache Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Rudern, Kathrin Boron, dabei. „In Zeiten von steigenden Energiepreisen macht man sich Gedanken über Alternativen“, so die Sportlerin. Nach einer kurzen Anfrage aus Caputh habe sie sich sofort entschieden, die Bürger-Solaranlage zu unterstützen. Zuspruch kommt auch von der Gesundheitszentrum Teltow Gesellschaft, denn die stellt das Dach des Seniorenzentrums kostenlos zur Verfügung. Geschäftsführerin Ute Juul gehört zu den Förderern, ebenso wie die Land- und Kreistagsabgeordnete Susanne Melior (SPD).
Das Umweltbewusstsein steht für die Gesellschafter klar im Vordergrund, denn ein Gewinn werde erst nach frühestens 13 Jahren abgeworfen, so Heide-Marie Ladner. Dennoch sei die Solaranlage eine lohnende Investition: auf 20 Jahre muss der Energieversorger eon.edis den Strom von den Caputhern zum Preis von 51,8 Cent pro Kilowattstunde kaufen. Gut 9000 KW-Stunden könnten pro Jahr eingefangen werden. „Es ist einfach schön, wenn die Bürger so etwas selbst in die Hand nehmen“, findet Thomas Freundner, dessen Kinder die jüngsten Anteilseigner sind. Die nächste Generation, ist er sich sicher, wird mit der Umwelt anders umgehen als unsere.
Die Idee, in Caputh ein solches Projekt zu eröffnen, sei seit längerem gereift, so Ladner. In ihrer Heimat Baden-Württemberg gebe es so etwas längst in den Kommunen. Ein Impuls sei dann mit der Eröffnung der Beelitzer Bürger-Solaranlage gegeben worden. Doch anders als in der Spargelstadt – dort befinden sich die Solarzellen auf dem Dach der Oberschule – wurde hier kein kommunales Gebäude freigegeben. In der Gemeindeverwaltung hielt man sich zurück, auch weil es sich bei der Bürger-Solaranlage um eine private Investition handeln würde, die irgendwann Gewinn abwirft. Die Initiatoren zeigten sich enttäuscht. Thomas Lähns
Havelbote vom 18.06.2006
Gesellschaftervertrag der Solarstrom GbR unter Dach und Fach
Bürger-Solaranlage Caputh startete mit 12 Gesellschaftern und 16.000 Euro Beteiligung
12 Caputher Bürger haben kürzlich den Gesellschaftervertrag der Solarstrom GbR unterzeichnet. Mit ihrer Einlage von 16.000 Euro und weiteren Zusagen ist bereits bei der Gründung etwa ein Drittel des Kaufpreises für die Anlage gesichert. „Dieses Ergebnis kann sich sehen lassen und hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Weitere Gesellschafter werden mit ihrer Einlage in den nächsten Wochen folgen und haben ihr Engagement schon zugesagt“, sagte die Mitinitiatorin des Projekts, Heide-Marie Ladner.
Kathrin Boron, mehrfache Ruderweltmeisterin und Olympiasiegerin sowie Thomas Freundner, Drehbuchautor, Filmregisseur und Träger des Grimme-Preises aus Caputh, riefen als Mitgesellschafter zur tatkräftigen Beteiligung am Solarprojekt auf. Weitere Gesellschafter können jederzeit aufgenommen werden.
Olympiasiegerin Kathrin Boron und Grimme-Preisträger Thomas Freundner, Caputh, rufen zur Beteiligung am Zukunftsprojekt Bürger-Solar-Anlage in Caputh auf.
Spätestens am 03. Oktober soll der „rote Knopf“ zur Inbetriebnahme in feierlichem Rahmen gedrückt werden. Die neuen Gesellschafter waren sich aber darin einig: Die Anlage soll möglichst früher ans Netz gehen, um noch einen Teil der Sommer-Sonnen-Ernte einzufahren.
Noch im Juni werden die „Sonnenstromer“ den Geschäftsführer für die Sonnenstrom GbR bestellen und die nächsten Schritte beschließen. Inzwischen meldeten sich weitere neue künftige Gesellschafter und möchten sich am Projekt beteiligen. Interessierte können noch Mitgesellschafter werden. Informationen zum Projekt „Bürger-Solar-Anlage für Caputh“ sind unter der Telefonnummer Tel. 0173-6640153 oder per email unter sonnenstrom-caputh@email.de erhältlich.
Übrigens schafft die Nutzung von Photovoltaik-Anlagen auch neue Arbeitsplätze: Nach einer Studie des Umweltministeriums installieren derzeit 4000 deutsche Firmen Solarthermie. In Deutschland sind inzwischen 10 Millionen Quadratmeter Sonnenkollektoren auf ca. zwei Millionen Häusern installiert. Etwa 100 Unternehmen produzieren solarthermische Anlage – 4000 Unternehmen verkaufen und installieren sie. 2005 lag die Zahl der Beschäftigten bei 10.500. Bis 2020 sollen es über 100.000 sein. Bei erneuerbaren Energien insgesamt gibt es in Deutschland zur Zeit über 170.000 Beschäftigte. Weit über 500.000 könnten es bis zum Jahr 2020 sein.
MAZ vom 17.06.2006 / Potsdam-Mittelmark
Im Oktober am Netz
Caputh erhält Bürgersolaranlage
CAPUTH Zwölf Caputher unterzeichneten gestern den Gesellschaftervertrag der Solarstrom GbR. Mit ihrer finanziellen Einlage von 16 000 Euro und anderen Zusagen sind bereits rund ein Drittel des Kaufpreises für die Anlage vorhanden. "Dieses Ergebnis hat unsere Erwartungen weit übertroffen", sagte Mitinitiatorin Heide-Marie Ladner.
Die Anlage wird es möglich machen, umweltfreundlich erzeugten Strom für Caputh und Umgebung zu liefern. Bei der Gründung anwesend waren u.a. die Ruder-Olympiasiegerin Kathrin Boron sowie der Regisseur und Grimme-Preis-Träger Thomas Freunder.
Erst möglich gemacht wurde das Projekt durch die tatkräftige Unterstützung der Einwohner, die einen nicht unerheblichen Teil zur Finanzierung beitrugen. "Wir sind damit", so Ladner, "unserem Ziel einen großen Schritt näher gekommen, ein zukunftsweisendes Projekt für Caputh zu realisieren. Weitere Gesellschafter werden mit ihren Einlagen in den nächsten Wochen folgen und haben ihr Engagement zugesagt."
Nach der aktuellen Planung der Gesellschaftler soll die Solaranlage am Tag der deutschen Einheit ans Stromnetz angeschlossen werden. Die Gesellschaft will jetzt intensive Werbung betreiben, um weitere Gesellschaftler zu gewinnen. Informationen zum Projekt "Bürger-Solar-Anlage für Caputh" sind unter 0173/6 64 01 53 zu erhalten. Ph.R.
PNN vom 03.06.2006
Kostenlos aufs Dach gestiegen
Die Bürgersolaranlage Caputh entsteht jetzt auf dem Seniorenzentrum Für das Sportlerheim-Dach wollte die Gemeinde Geld
Schwielowsee · Caputh - Nach Beelitz, Teltow und Falkensee wird auch Caputh eine Bürger-Solar-Anlage erhalten. Sie soll auf einem sonnengeneigten Dach des Seniorenzentrums gebaut werden. Das haben die Solar-Initiatoren, Heide-Marie Ladner und Hans-Joachim Kursawa vom SPD-Ortsverein mit dem Inhaber des Seniorenzentrums, der Gesundheitszentrum Teltow gGmbH, vereinbart.
Die Initiativgruppe hatte bereits vor Monaten der Gemeinde das Angebot unterbreitet, die Solarzellen auf dem Dach des gemeindeeigenen Sportlerheims an der Michendorfer Chaussee zu installieren. Der Sportverein hatte das Vorhaben begrüßt. Doch Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) zeigte sich unentschlossen, argumentierte mit Gewährleistungsansprüchen und versprach, nach Alternativen zu suchen, die es dann aber nicht gab. Zum Schluss wurde im Finanzausschuss am Mittwochabend überlegt, das Dach des Sportlerheims an die Solarinitiative für ein Entgelt zu vermieten.
Die Geschäftsführerin des Gesundheitszentrums, Ute Juul, verzichtet derweil „aus Verantwortung für die kommenden Generationen“ auf jedes Nutzungsentgelt. „Wir unterstützen dieses Vorhaben, weil wir so einen wirksamen Beitrag zur umweltfreundlichen Energieerzeugung und zum Klimaschutz leisten können.“. Inzwischen gibt es weitere prominente Caputher Unterstützer: Ruderweltmeisterin Kathrin Boron, Tatort-Regisseur Thomas Freundner und Schauspieler Jörg Schüttauf.
Wie Anfang April berichtet, wollen die Initiatoren öffentliche und private Bauherrn motivieren, weitere Anlagen zu bauen. Wer keine Möglichkeit dazu hat, könne sich mit der Bürgersolaranlage für die umweltfreundliche Stromerzeugung engagieren. „Caputh gehört zu den sonnenreichen Regionen in Deutschland, und die Sonne schickt uns keine Rechnung“, so Heide-Marie Ladner.
Hans-Joachim Kursawa ist unverständlich, warum die Gemeinde die Chance nicht ergreift, ein solches Prestigeprojekt zu fördern. Er freut sich, dass die Anlage nun im Seniorenzentrum gebaut werden kann. Projektträger wird eine GbR, an der sich jeder Bürger mit mindestens 500 Euro beteiligen kann. Der Sonnenstrom wird in das Netz der Eon edis AG eingespeist. Sie muss den Strom laut Energieeinspeisegesetz 20 Jahre mit 51,8 Cent pro Kilowattstunde vergüten.
Die Anlage ist für 10 Kilowattstunden ausgelegt und wird 60 000 Euro kosten. „Das eingesetzte Kapital verzinst sich etwas höher als derzeit eine Sparbuchanlage“, sagt der Caputher Bankfachmann Jörg-Uwe Fischer, der sich als ehrenamtlicher Geschäftsführer der „Sonnenstrom GbR“ engagieren möchte. Wie viel Strom die Anlage erzeugt, soll an einer Anzeigetafel sichtbar werden. whk
Gründung der GbR am 15. Juni 19 Uhr im Seniorenzentrum. Am 12. Juni 19 Uhr wird am selben Ort das Projekt erläutert.
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